Weißenbach am Attersee: Unterschied zwischen den Versionen

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Eine Reihe von Künstlern, wie [[Gustav Klimt]], Charlotte Wolter, Franz-v.- Schöntham, Otto Tressler und viele andere verbrachten ihre Sommer in Weißbach. Der Klaviervirtuose und Komponist Friedrich Gulda hatte von 1962 bis 2000 in Weißenbach seinen Wohnsitz und ist am Friedhof von Steinbach begraben.<br/>
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Eine Reihe von Künstlern, wie [[Gustav Klimt]], Charlotte Wolter, Franz-v.- Schöntham, [[Otto Tressler]] und viele andere verbrachten ihre Sommer in Weißbach. Der Klaviervirtuose und Komponist Friedrich Gulda hatte von 1962 bis 2000 in Weißenbach seinen Wohnsitz und ist am Friedhof von Steinbach begraben.<br/>
 
Der [[Künstlerweg am Attersee]] gibt einen Überblick, welche Künstlerpersönlichkeiten mit Steinbach und Weißenbach verbunden waren sind.
 
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Gemeinde Steinbach: Steinbach am Attersee 1986 <br/>
 
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Version vom 24. Mai 2020, 09:05 Uhr

Weißenbach 1906

Weißenbach am Attersee ist eine Ortschaft der Gemeinde Steinbach am Attersee. Von den 882 Einwohnern der Gemeinde gehören 111 Personen zu Weißenbach (2019). In der Ortschaft sind die Straßenbezeichnungen: Weißenbach, Ischler Straße, Wolterweg, Waldsiedlung, Friedrich-Gulda-Weg und Franz-von-Schönthan-Allee.

Inhaltsverzeichnis

Weißenbach im Mittelalter

Bei der Gründung des Benediktinerstiftes Mondsee 748 durch die Bayern erhielt dieses Kloster großzügige Schenkungen, darunter Waldgebiete in Weißenbach bis zum Ischlfluss.
788 übernahmen die Franken die Herrschaft über den Attergau. Salzburg wurde der Mittelpunkt der bairischen Kirchenprovinz. In dieser Zeit erfolgten Vergaben und Schenkungen von Feldern, Adels-Ansitzen und einer Mühle an das Salzburger Erzbistum. Auch die Gründung der Salzburger Eigenkirche St. Nikolaus am Weißenbach dürfte in diese Zeit fallen.
Schließlich kam es zu Grenzstreitigkeiten der Bischöfe von Salzburg und Regensburg (dem Mondsee unterstand), der 849 beigelegt wurde. Der Schafberg und das Ufer vom Weißenbach bis zur Unterache sollte Salzburger Gebiet sein. Auch der See sollte „einen Hackenwurf weit“ zu Salzburg gehören. Die Besitzverhältnisse im Attergau waren jedenfalls über Jahrhunderte sehr kompliziert und führten auch später zu Problemen.
Mit der Übernahme des Attergaus durch das Bistums Bamberg im Jahr 1007 kamen neue Herrschaftsverhältnisse. Der Bamberger Bischof vergab die Fischereirechte im See an das Stift Aspach an der Rott. Schenkungen an das Bistum betrafen auch einen Hof in Weißenbach samt allen Untertanen und Waldparzellen.
Was die Verwaltung betraf wurden die Gaugrafen durch Vögte des Bistums ersetzt.
Um 1200 gaben dann die Salzburger Bischöfe ihre territorialen Ansprüche im Attergau auf.
1229 gingen die Vogteirechte an die Schaunberger. Die leibeigenen Untertanen klagten über deren unmenschlichen Behandlung. Erst 1379 endete die Herrschaft der Bamberger, die Habsburger übernahmen die Grafschaften Kogl, Frankenburg und Kammer.

Habsburger und Khevenhüller

Die Habsburger – seit 1379 im Attergau - ließen das Gebiet von einem Pfleger verwalten. 1499 verpfändete Kaiser Maximilian I. die Grafschaften Kogl, Kammer und Frankenburg an die Polheimer. Bald kam es zu Unstimmigkeiten bei den Robotleistungen der Untertanen. Eine Beschwerde von zwei Bauernvertretern beim Kaiser brachte keinen Erfolg. Im Gegenteil, der Pfleger ließ ihre Häuser aufbrechen und sie durften sich in der Herrschaft nicht mehr sehen lassen. 1525 kam es zu einem Bauernaufstand, der aber unterworfen wurde.
1581 verkaufte der Kaiser die Grafschaften an die Khevenhüller.
Und auch die Konfessionsprobleme machten vor dem südlichen Attergau nicht halt. Schließlich gewannen die Katholiken wie überall in den Habsburger Ländern die Oberhand. Die wurde durch Prozessionen und Wallfahrten überall sichtbar. Die Holzknechtwallfahrt nach Maria Attersee wurde 1680 eingeführt und besteht bis heute.

Salzburg oder Österreich

Mit dem Vertrag aus 849 waren die territorialen Fragen im Süden des Attergaus nicht gelöst. Die Burgau gehört zum historischen Attergau. Um 1000 hatten aber auch die Salzburger Erzbischöfe und Salzburgtreue Familien Besitzungen und Fischrechte.
Von 1506 bis 1565 wurde das Mondseeland vom Kaiser an das Erzbistum Salzburg verpfändet. Obwohl das Mondseeland 1565 wieder an Österreich kam, gelang es dem Erzbistum, dass ein kleiner Teil südlich des Mondsees auch hoheitlich bei Salzburg blieb. Ab dieser Zeit stellte das Erzbistum auch immer wieder hoheitliche Ansprüche an die im Attergau liegende Burgau und übte diese auch ohne großen Einspruch aus. Die Burgau gehörte aber hoheitlich zu Österreich. Wieder gab es Streit, der schließlich 1689 durch eine Einigung zwischen Kaiser und Erzbischof beendet wurde und die Grenzen so festlegte, wie sie heute noch zwischen Salzburg und Oberösterreich bestehen.

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Gustav Klimt: Forsthaus in Weißenbach1914

Holz

Während mit Beginn der bairischen Landnahme der nördliche und westliche Attergau gerodet und besiedelt wurde, blieb der südliche Attergau ein großes Waldgebiet. Im Jahr 1289 wurde durch das Bistum Bamberg den Untertanen verboten, etwas aus den bischöflichen Forsten zu entnehmen. Mit der Überwachung dürfte es aber gehapert haben.
Im 16. Jahrhundert wurde das im inneren Salzkammergut für die Salzproduktion benötigte Holz immer weniger.
Eine kaiserliche Kommission suchte nach neuen Holzquellen und fand diese im Attergau. Es waren noch Transportfragen zu klären (Straße durch das Weißenbachtal) um der Entnahme von Holz durch die Untertanen Einhalt zu gebieten.
Die Bevölkerung hatte aber holzverarbeitende Gewerbe wie Schiffbau, und Schnittholzerzeugung und einiges an Holz wurde über Ager, Traun und Donau bis Wien transportiert. Diese Untertanen hatten keine Freude mit den vom Kaiser verordneten Regelungen.
1607 nahm die Saline in Ebensee ihren Betrieb auf. Als die Maßnahmen gegen die Holzentnahme aus den Wäldern für die Salzerzeugung verschärft wurden spürten die Untertanen den wirtschaftlichen Rückgang und so kam es von 1525 bis 1632 zu Aufständen.
Das Hallholz für Ebensee wurde im gesamten südlichen Attergau und bis nach St. Georgen und Weyregg über Schlitten und Holzriesen zum nächsten brauchbaren Bach und über diesen zum See gebracht und auf sogenannten Aufsätzen gelagert. Über Plätten gelangten die Scheiter nun über den See nach Weißenbach, wo der zentrale Umschlagplatz war.
In der Hallholzversorgung waren bis zu 260 Arbeiter ständig im Einsatz Von Weißenbach wurden dann die 1 Klafter ( = ca. 1,90 m) langen Scheiter zur Traun gebracht. Ab 1721 waren dies nur rund 5 km zum Holzaufzug. Dort wurde das Holz wieder gelagert und dann über einen Aufzug bis zur Wasserscheide, dann über Bäche und Triften zur Traun transportiert. Der Schrägaufzug war 90 m lang und eine Sensation,was Mechanik und Förderkapazität betrifft. Ein Modell dieses Aufzuges kann im Heimathaus Steinbach in Seefeld besichtigt werden.
1871 wurde der Holztransport nach Ebensee eingestellt. Die Braunkohle vom Hausruck ersetzte nun den notwendigen Brennstoff zum Salzsieden.

Tourismus und Verkehr

Anfang des 18. Jh. besuchten die ersten Gäste von Ischl über die Commerzialstraße aus Ischl kommend Weißenbach. Im Josephinischen Lagebuch ist die „Commercialstraße von Ischel nach Weißenbach eingetragen. 1912 führte dann eine Autobuslinie von Weißenbach nach Bad Ischl.
Wer nach Unterach wollte, musste über den See gebracht werden, eine Verbindung zum nördlichen Attergau entstand erst mit der Aufnahme des Schiffsverkehrs der Attersee-Schifffahrt. Eine Autobus-Linie von Weißenbach nach Kammer gab es erst 1935. 1938 führte diese Linie weiter bis nach Mondsee.

Taverne

Die Geschichte der Taverne reicht bis ins 13. Jh. oder früher zurück.
St. Nikolaus in Weißenbach war eine Wallfahrtskirche, die Pilger fanden schon damals Unterkunft und Verköstigung in der Taverne.
Von großer Bedeutung war das Wirtshaus in der Zeit des Hallholzes. Am Umschlagplatz bei der Taverne, wo die Seefracht zur Landfracht mittels Fuhrwerk zum Aufzug gebracht wurde. brauchte man Stallungen wo zahlreiche Pferde und Ochsen eingestellt waren. Schiffer, Flößer, Fuhrwerker, Handwerker, Holzknechte, Wagner, Schmiede und sonstiges Dienstpersonal waren für den Betrieb notwendig. 1775 gehörte die Tafern zu Weißenbach (Wirtshaus in Weißenbach) dem Jakob Kölblinger.
Zur Taverne gehörte ein Fischrecht am See, Mühl- und Schmiedegerechtigkeit, Urfahr am See und Betrieb eine Kalkofens (Maria Theresien-Konzession).

Als um 1825 Ischl zum Sommersitz von Aristokraten, Diplomaten und Künstlern wurde, war das leicht über die Commercialstraße erreichbare Weißenbach ein beliebtes Ausflugsziel. Dazu kam, dass das Höllengebirge bis zum Attersee kaiserliches Hofjagdgebiet war.
Im Jahr 1828 wird ein Clemens Freiherr von Weichs als Besitzer der Taverne genannt.
Von 1854 bis 1863 bestand in Weißenbach eine „Post-Relais-Station“. Damit verbunden war ein Gasthaus, daher der Name „Hotel Post“.
Der 1869 eingeführte Dampfschiffsverkehr machte das Gasthaus endgültig zum Hotel Post in Weißenbach.

Villen

Die großartige Lage des Ortes zog immer wieder Gäste aus Kunst und Wirtschaft an bis in die heutige Zeit, die zwischen dem Ort und dem Ponnfall (Weißenbacher Feld bis zum Sechserkogel) Häuser und Villen errichteten oder bestehende Objekte umbauten.

Künstler

Eine Reihe von Künstlern, wie Gustav Klimt, Charlotte Wolter, Franz-v.- Schöntham, Otto Tressler und viele andere verbrachten ihre Sommer in Weißbach. Der Klaviervirtuose und Komponist Friedrich Gulda hatte von 1962 bis 2000 in Weißenbach seinen Wohnsitz und ist am Friedhof von Steinbach begraben.
Der Künstlerweg am Attersee gibt einen Überblick, welche Künstlerpersönlichkeiten mit Steinbach und Weißenbach verbunden waren sind.

Quelle

Gemeinde Steinbach: Steinbach am Attersee 1986