Wegkreuz in Ainwalchen

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Wegkreuz in Ainwalchen

Das Wegkreuz in Ainwalchen, das auch als „Dåx‘n-Kreiz” bezeichnet wird, befindet sich zirka hundert Meter nach der Abbiegung von der Seewalchener Bezirksstraße in die Straße nach Ainwalchen.

Beschreibung

Das mächtige Kreuz steht unter zwei noch mächtigeren Pappeln und ist umwachsen von Zedern und Buxbäumen. Da das Alter der Pappeln auf 150 bis 200 Jahre geschätzt wird, dürfte das Kreuz zumindest ebenso alt sein. Errichtet wurde es „eventuell aus Dankbarkeit”. Dramaturgisch gekonnt dargestellt ist der aus der Komposition herausragende übergroße Dolch, der sich in das Herz Marias bohrt. Darüber findet sich ein unglücklich proportionierter Jesus am Kreuz. Das Kreuz trägt folgende Inschrift:

An das Kreuz war / geschlagen unser Herr und Gott, / das / er hat sich selbst getragen, der uns / hilft aus aller Not. / Sei uns gnädig, / wenn wir sterben, gib uns Kraft / zum letzten Streit / mach uns / zu deinen Erben nach dem / Leben dieser Zeit

Das Wegkreuz war früher alljährlich im Mai Ausgangspunkt für eine wöchentliche Maiandacht, die mit einer Bittprozession vom Kreuz zur Kematinger Kirche begann und in der Kirche mit dem „Råsngraunsbeddn” endete. Heutzutage gibt es nur mehr zwei Prozessionen, wobei die eine am Markustag und die andere am Dienstag zur Zeit der Bitttage stattfindet. Das Kreuz mit dem Rundbogen wurde durch Herrn Rosner aus Timelkam 1988 restauriert und am Beginn der Markusprozession durch Pfarrer Smrcka gesegnet. Erhalter des Denkmals ist die Familie Ebetsberger-Dachs in Ainwalchen, die es vorbildlich pflegt.

Prozessionen in Seewalchen am Attersee

Die Markusprozession am 25. April führt die Gläubigen von Ainwalchen nach Kemating in die Kematinger Kirche. Zu den drei Bitttagen, das sind die drei Tage vor Christi Himmelfahrt, gehen Gläubige am Montag vom Litzlberger Kreuz zur Buchberger Kirche und am Dienstag vom Ainwalchener Kreuz in die Kematinger Kirche. Früher folgte noch ein Bittgang von der Pfarrkirche Seewalchen am Attersee nach Neubrunn. Diese Prozession wurde durch eine Messe in der Pfarrkirche abgelöst. Unter den Patern Gabriel und Leopold wurde jeweils am 1. Mai eine Wallfahrt von der Pfarrkirche Seewalchen am Attersee zur Pfarrkirche Attersee durchgeführt. Diese Wallfahrt, die bis 1986 durchgeführt wurde, dürfte jedoch eine viel längere Tradition in der Gemeinde gehabt haben.

Die Pfarrchronik von 1971 weiß zu berichten
Abänderung der Bittprozession. Über Vorschlag des bischöflichen Seelsorgeamtes wurden dies Jahr die Bittprozessionen in der Weise gehalten, dass am Bittsonntag sich die Teilnehmer in Ainwalchen versammelten, von wo die Prozession nach Kemating zog. Dort war Bittmesse. Die Beteiligung war recht gut. Ähnlich gestaltete sich die Feier am darauf folgenden Tag, am Dienstag. Statio war die Kapelle in Litzlberg. Die heilige Messe fand in der Filialkirche Buchberg statt. Die Beteiligung war nicht zahlreich, wohl aus dem Umstand, da ein Gewitter zu kommen droht. Am Mittwoch zog die Prozession nicht mehr, wie schon seit einer Reihe von fast zwanzig Jahren, nach Neubrunn, sondern bloß zur Kapelle nach Roitham. Nach Rückkehr war Gottesdienst (Eucharistiefeier) in der Kirche.

Die Pfarrchronik von 1979 informiert
Bittprozession. Am 21. Mai 1979 war die Bittprozession von Ainwalchen nach Kemating. Teilnahme des indischen Bischofs George Mamalassery aus Tura, Garo Hills. Der Bischof predigte in der Kirche in Kemating in englischer Sprache. Die Übersetzung erfolgte durch den Sekretär Pater Stadler. Bischof Mamalassery war seit 25 Jahren mit Oberstudienrat Pitter über die Pax-Christi-Bewegung in Verbindung. Am 22. und am 23. Mai gab es dann die Bittprozessionen von Litzlberg nach Buchberg und von Roitham nach Seewalchen.

Quelle

  • Helga Kern, Franz Roither: Kleindenkmäler in Seewalchen am Attersee, Eigenverlag 2006/2009