Villa Bartsch

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Villa Bartsch 1936
Rudolf Hans Bartsch
Villa Bartsch heute

Seewalchen, Dr.-Rudolf-Schuh-Straße 9, früher Schulweg 18 (1957-1973), zuvor Seewalchen 43.

Rudolf Hans Bartsch, ein Dichter aus der Steiermark, wählte Seewalchen am Attersee zu seinem Sommersitz. Die Villa Bartsch, die er erbaute, vererbte er seinen drei Töchtern. Das Haus wird von ihnen 1982 verkauft und ist seither im Besitz der Familie Kloß.

Inhaltsverzeichnis

Rudolf Hans Bartsch

Er wurde am 11. Februar 1873 in Graz geboren und starb am 7. Februar 1952 in St. Peter bei Graz.
Im Alter von 2 Jahren verlor er seinen Vater auf tragische Weise. Nachdem er dem Kaiser einen Brief geschrieben hatte, bekam er einen Freiplatz im Militärwaisenhaus. 1895 wurde er Leutnant und nach Wien kommandiert. 1918 beendete er seine militärische Laufbahn und lebte nun als freier Schriftsteller.
1906 gelang ihm mit dem Roman „12 aus der Steiermark” der Durchbruch. Es hieß, der große Peter Rosegger setzte sich in den Zug nach Graz, um Bartsch kennen zu lernen.
Bartsch schrieb nun jedes Jahr einen Roman. Seine Romane spielten im „alten Österreich“. In der Zwischenkriegszeit war er einer der meist gelesenen Autoren Österreichs.

Bartsch und Seewalchen

1917 kaufte Bartsch von zwei Landwirten ein Grundstück am Sandberg in Seewalchen, um eine Villa (Dr.- R.- Schuh-Straße 9) zu errichten. Damals war es „in“, sich am „Attersee, dem See der Dichter und Maler“, niederzulassen. Hier verbrachte er mit seiner Frau und seinen drei Töchtern Amrei, Grete und Brigitte vorwiegend die Sommermonate.
Sein Gast, der Dichter Franz Karl Ginzkey, entdeckte hier seine Liebe zum Attersee.
Die Bartsch-Villa war Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens, Bartsch war auch begeisterter Jäger. 1939 kam es zu einem tragischen Unfall mit einem Gewehr, wobei sein Hausmeister, Josef Wegleitner, ums Leben kam. Aber auch durch die allgemeinen Ereignisse und seine Scheidung fand das Leben in Seewalchen ein Ende.
Seine erste Frau Berta (+1952) blieb in der Villa.

Dreimäderlhaus

1912 schrieb Bartsch „Schwammerl”, einen Schubert-Roman, welcher 1916 von Heinrich Berté für die Operette „Dreimäderlhaus” verwendet wurde.
Das „echte“ sogenannte Dreimäderlhaus befindet sich an der Schreyvogelgasse in der Wiener Innerstadt.
Die Bezeichnung geht auf eine Geschichte zurück, dass der Komponist Franz Schubert eine Romanze mit den hier wohnenden drei Töchtern eines Glasermeisters gehabt haben soll. Tatsächlich steht das Haus aber in keinerlei Zusammenhang mit dem Komponisten, denn die Geschichte basiert auf dem nicht biografischen Bartsch-Roman Schwammerl.
Heinrich Berté bearbeitete den Stoff zum Singspiel „Das Dreimäderlhaus“ .Zentrale Figur der Operette ist der Komponist Franz Schubert, dessen Musik Berté – bearbeitet - seiner Partitur zugrunde legte.
Das Werk wurde 1916 in Wien uraufgeführt und zweimal, zuletzt 1958, verfilmt. Die Operette wurde rasch sehr populär und damit kam auch Bartsch zu großer Aufmerksamkeit, Bekanntheit und Ruhm.
Seine Seewalchner Villa bezeichnete er nun als Dreimäderlhaus, da er ja hier mit seinen drei Töchtern lebte.

Letzte Jahre

Nach dem Tod seiner Frau erbten die drei Töchter das „Dreimäderlhaus“ und nutzten es weiter als Sommerhaus.
1982 übernimmt Dipl. Ing. Max Kloß, ein Linzer, die Villa auf Leibrente. Er nutzte das Haus ebenfalls als Sommerrefugium.

Die letzten Jahre verbrachte Bartsch in der Steiermark. 1932 wurde er Ehrenbürger der Stadt Graz, 1952 erhielt er den Rosegger-Preis. Er ist am Grazer Schlossberg begraben. In Graz gibt es auch im Stadtteil St. Peter eine Rudolf-Hans-Bartsch-Straße.

Quellen und Weblink