Underground Sun Storage: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Underground Sun Storage 2030''' ist ein Projekt der RAG Austria AG bei dem in einem Erdgasfeld Wasserstoff von Mikroorganismen in Methan umgewandelt werden soll. Die dazu notwendige Wasserstoffproduktion wird an der Gemeindegrenze [[Berg im Attergau]] - [[Gampern]] errichtet.
'''Underground Sun Storage 2030''' ist ein Projekt der RAG Austria AG bei dem in einem Erdgasfeld Wasserstoff von Mikroorganismen in Methan umgewandelt werden soll. Die dazu notwendige Wasserstoffproduktion wird an der Gemeindegrenze [[Berg im Attergau]] - [[Gampern]] errichtet.


An der Gemeindegrenze Berg-Gampern - im Ortschaftsdreieck Baum und Rubensdorf, Gemeinde Berg im Attergau, und Piesdorf, Gemeinde Gampern - wird eine Elektrolysestation errichtet, die mit überschüssigem Strom Wasserstoff erzeugen wird, der dann im ehemaligen Erdgasfeld gelagert wird. Pro Stunde sollen dort 400 Nm3 (Normkubikmeter) Gas erzeugt und eingelagert werden. Für den Prozess sind auch 5000 l Wasser notwendig, daher wird auch eine Brunnenanlage errichtet. Insgesamt können etwa 1,6 Millionen Nm3 Gas gelagert werden. Aus 1 Nm3 Gas können etwa 10 kWh (Kilowattstunden) Energie gewonnen werden.  
An der Gemeindegrenze Berg-Gampern - im Ortschaftsdreieck Baum und Rubensdorf (Gemeinde Berg im Attergau) und Piesdorf (Gemeinde Gampern) - wird eine Elektrolysestation errichtet, die mit überschüssigem Strom Wasserstoff erzeugen wird, der dann im ehemaligen Erdgasfeld gelagert wird. Pro Stunde sollen dort 400 Nm3 (Normkubikmeter) Gas erzeugt und eingelagert werden. Für den Prozess sind auch 5000 l Wasser notwendig, daher wird auch eine Brunnenanlage errichtet. Insgesamt können etwa 1,6 Millionen Nm3 Gas gelagert werden. Aus 1 Nm3 Gas können etwa 10 kWh (Kilowattstunden) Energie gewonnen werden.  


Errichtet wird die Anlage von der RAG Austria AG gemeinsam mit mehreren Partnern aus der Energiewirtschaft.
Errichtet wird die Anlage von der RAG Austria AG gemeinsam mit mehreren Partnern aus der Energiewirtschaft.

Version vom 21. August 2022, 13:08 Uhr

Auf dem Bild (RAG/TV1) ist die in Bau befindliche Wasserstofferzeugung zu sehen. Rechts im Bild die Ortschaft Baum und im Hintergrund der Attersee und das Höllengebirge
Wassertank auf der Zufahrtsstraße zur Wasserstofflagerstätte von der Ortschaft Baum
Schema der Wasserstofferzeugung und der Wasserstoffverteilung

Underground Sun Storage 2030 ist ein Projekt der RAG Austria AG bei dem in einem Erdgasfeld Wasserstoff von Mikroorganismen in Methan umgewandelt werden soll. Die dazu notwendige Wasserstoffproduktion wird an der Gemeindegrenze Berg im Attergau - Gampern errichtet.

An der Gemeindegrenze Berg-Gampern - im Ortschaftsdreieck Baum und Rubensdorf (Gemeinde Berg im Attergau) und Piesdorf (Gemeinde Gampern) - wird eine Elektrolysestation errichtet, die mit überschüssigem Strom Wasserstoff erzeugen wird, der dann im ehemaligen Erdgasfeld gelagert wird. Pro Stunde sollen dort 400 Nm3 (Normkubikmeter) Gas erzeugt und eingelagert werden. Für den Prozess sind auch 5000 l Wasser notwendig, daher wird auch eine Brunnenanlage errichtet. Insgesamt können etwa 1,6 Millionen Nm3 Gas gelagert werden. Aus 1 Nm3 Gas können etwa 10 kWh (Kilowattstunden) Energie gewonnen werden.

Errichtet wird die Anlage von der RAG Austria AG gemeinsam mit mehreren Partnern aus der Energiewirtschaft.

Projektbeschreibung

Im Projekt „Underground Sun Storage 2030“ (USS 2030) wird eine großvolumige Speicherung von erneuerbarer Energie in Form von Wasserstoff in unterirdischen Gaslagerstätten entwickelt.

In diesem weltweit einzigartigen Forschungsprojekt wird erneuerbare Sonnenenergie klimaneutral mittels Elektrolyse in grünen Wasserstoff umgewandelt und in ehemaligen Erdgaslagerstätten in reiner Form gespeichert. Bis 2025 werden unter Leitung von RAG Austria AG gemeinsam mit den Projektpartnern – Axiom Angewandte Prozesstechnik GmbH, Energie AG Oberösterreich, Energieinstitut an der Johannes-Kepler-Universität Linz, EVN AG, HyCentA Research GmbH, K1-MET GmbH, Technische Universität Wien, Universität für Bodenkultur Wien, VERBUND, Verein WIVA P&G und voestalpine Stahl GmbH – interdisziplinär technisch-wissenschaftliche Untersuchungen für die Energiezukunft unter realen Bedingungen an einer kleinen ehemaligen Erdgaslagerstätte an der Gemeindegrenze Berg im Attergau - Gampern durchgeführt. Dazu wird eine maßgeschneiderte Forschungsanlage errichtet werden. Gefördert wird das Projekt im Rahmen der FTI-Initiative „Vorzeigeregion Energie“ des Klima- und Energiefonds.

„Wasserstoff ist das fehlende Puzzleteil für ein vollständig CO2-neutrales Energiesystem: Er kann klimaneutral erzeugt, direkt in der Industrie eingesetzt werden, umweltfreundlich Wärme und Strom produzieren sowie einen Kraftstoff der Zukunft darstellen. Das aber Entscheidende ist seine großvolumige Speicher- und Transportierbarkeit in der bestehenden nahezu unsichtbaren Gasinfrastruktur. Nur so haben wir auch in den sonnen- und windarmen Zeiten genügend und vor allem bedarfsgerecht grüne Energie zur Verfügung“, betont RAG CEO Markus Mitteregger die Bedeutung der Energiespeicherung in geologischen Gaslagerstätten und seine Verteilung.

Wasserstoff ist in Erdgaslagerstätten speicherbar

Bereits die Vorgängerprojekte „Underground Sun Storage“ und „Underground Sun Conversion“ haben den Nachweis erbracht, dass ein Wasserstoffanteil von bis zu 20% in Erdgaslagerstätten gut verträglich gespeichert werden kann. Laboruntersuchungen legen nahe, dass der Wasserstoffanteil auch bis 100% erhöht werden kann. Darauf aufbauend geht das Projekt „Underground Sun Storage 2030“ nun in den Realmaßstab und untersucht – unter Federführung der RAG Austria AG – die Speicherung von reinem Wasserstoff, erzeugt aus Sonnen- und Windenergie, in ehemaligen Erdgaslagerstätten im Rahmen eines Feldversuchs.

Gemeinsam mit namhaften Partnern der Industrie und der österreichischen Forschungslandschaft werden im Rahmen des Projekts auch weitere Aspekte in Zusammenhang mit dem gespeicherten Wasserstoff untersucht. Dazu gehört bspw.:

Wasserstoff als Ersatz für fossiles Erdgas
Direktverwendung in der energieintensiven Industrie
Aufbereitung und Verwertung des Wasserstoffs mit hoher Reinheit

Sommersonne in den Winter bringen

Um die Klimaziele und eine deutliche CO2-Reduktion erreichen zu können, braucht es die Reduktion im gesamten Energiesektor. Zudem müssen Leistbarkeit und Versorgungssicherheit aufrechterhalten bleiben. Ohne gasförmige Energieträger mit den verbundenen Speicherkapazitäten ist die Energiewende nicht möglich. Modellierungen des künftigen Gesamt-Energiesystems zeigen, dass gerade in Mitteleuropa durch den Ausbau der erneuerbaren Stromgewinnung in den Sommermonaten ein großer Überschuss an erneuerbarer Energie vorhanden sein wird. Im Gegenzug wird es in den Wintermonaten durch die geringere Sonneneinstrahlung und die Niederwasserführung einerseits und durch den markant höheren Energiebedarf andererseits zu einer massiven Leistungsunterdeckung kommen. In Österreich gibt es daher sowohl punktuell als auch saisonal ein vermehrtes Auseinanderfallen von Stromangebot und -nachfrage.

Es ist davon auszugehen, dass diese Leistungsunterdeckung nicht immer problemlos durch Importe gedeckt werden kann, da Österreichs Nachbarländer vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Energie muss daher in großen Mengen im Sommer gespeichert werden, damit im Winter ausreichend grüne Energie für Strom, Wärme und Mobilität zur Verfügung steht. Speicherbare gasförmige Energieträger, wie Wasserstoff, stellen dabei eine hervorragend geeignete Technologie dar, diesen Jahresspeicherbedarf abzudecken.

Aufbau einer gesicherten Wasserstoffwirtschaft

Das weltweit einzigartige Projekt „Underground Sun Storage 2030“ wird nicht zuletzt auf Grund des Feldversuchs wertvolle Erkenntnisse zur saisonalen Speicherbarkeit von erneuerbarer Energie in Form von Wasserstoff bringen. Es ist Teil der Energievorzeigeregion WIVA P&G und ein wichtiger Schritt für den Aufbau einer gesicherten Wasserstoffwirtschaft. Die Nutzung unterirdischer Porenspeicher zur Wasserstoffspeicherung findet sich auch in der Langfriststrategie 2050 – Österreich gem. Verordnung (EU) 2018/1999 des Europäischen Parlaments und des Rates über das Governance-System für die Energieunion und den Klimaschutz. Das Projekt wird im Rahmen des Energieforschungsprogrammes des Klima- und Energiefonds gefördert.

Quelle und Website