Segenszeichen der Bauern: Unterschied zwischen den Versionen

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Seit uralten Zeiten wurden Felder und Äcker mit '''segnenden Zeichen''' „beschrieben“.
Seit uralten Zeiten wurden Felder und Äcker mit '''segnenden Zeichen''' „beschrieben“.



Aktuelle Version vom 19. Oktober 2022, 12:27 Uhr

Segenszeichen IHS

Seit uralten Zeiten wurden Felder und Äcker mit segnenden Zeichen „beschrieben“.

Fruchtbarkeit ins Feld „geschrieben“

Die Bauern säten diese Segenszeichen in Felder und Äcker. In Österreich war das bis vor einiger Zeit vor allem in Tirol, Salzburg und dem oö. Grenzgebiet zu Salzburg, also auch in unserer Gegend, üblich. Die Bauern wollten damit ihre Verbundenheit, ihre Dankbarkeit, aber auch ihre Abhängigkeit von der Erde zum Ausdruck bringen. Sie erhofften sich davon reiche Ernten, Schutz vor Unwettern und Schädlingen, sowie Segen für ihre Felder und Wiesen.

Ursprung

Dieser religiöse Brauch geht bereits auf unsere keltischen und germanischen Vorfahren zurück. Die Segenszeichen hatten die Formen von Runen (germ. Schriftzeichen), Kreisen, Kreuzen, Spiralen oder Schlingen und wurden in der Regel im Frühling in die Äcker dick eingesät, so dass sie sich später von der übrigen Saat abhoben.

Wie bei vielen alten Bräuchen war es auch hier: als unser Land christianisiert wurde, versah man auch diese Tradition mit einem christlichen Sinn. Als Segenszeichen verbreitete sich das Christusmonogramm „I H S“, das für das altgriechische Jesus steht, lateinisch mit „Jesus hominum salvator“ = „Jesus, Retter der Menschen“ gedeutet wird, oder volkstümlich mit „Jesus, Heiland, Seligmacher“ seine Erklärung findet. Damit wollte man bekunden, dass Jesus zum Schutzherrn erkoren wurde. Die Bauern waren überzeugt davon, dass Symbole übernatürliche Kräfte besitzen und ausstrahlen. Mit diesem Zeichen brachten sie daher ihren Bezug zum Göttlichen in der Natur zum Ausdruck.

Ende durch Mechanisierung

Durch die Mechanisierung in der Landwirtschaft wurde leider auch in unserer Gemeinde dieser schöne Brauch fast zur Gänze verdrängt und man findet das Christusmonogramm, eingesät in ein Herz oder in einen Kreis, beinahe nirgends mehr. Bis vor einigen Jahren hielt der Landwirt Anton Gstöttner in Giga, Gemeinde Weißenkirchen im Attergau, diese Tradition hoch und nahm sich Zeit und Mühe , das christliche Segenszeichen in den Acker zu „schreiben“.

Quellen

  • Herbert Saminger: Heimatbuch der Gemeinde Weißenkirchen im Attergau, Verlag Moserbauer 1999, ISBN 3-900847-56-8
  • Aus der heimatgeschichtlichen Sammlung von Kons. Herbert Saminger, Weißenkirchen i.A.
  • Veröffentlichungen von Univ.-Prof. Dr. Richard Wolfram, Dr. Harald Thurnher und Kons.R. Johann Dopler