Rad fahren um den Attersee

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Radfahrer um 1950
Radrennen 1936: Sieger: Vinzenz Breicher

Die rund 50 km lange Straße rund um den Attersee bot sich seit jeher als Freizeit- oder Sportvergnügen für die Radfahrer an. Man fährt in schönster Landschaft, es gibt kaum Steigungen, genügend Gaststätten und allenfalls kann man im See ein erfrischendes Bad nehmen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vor dem Zweiten Weltkrieg war die Anzahl der Autos überschaubar und diese störten die Radlerfreuden kaum. Man sah auch schon von weitem, wo sich ein Fahrzeug bewegte. Leicht zu orten, denn dort stieg meist eine Staubwolke der früher nicht asphaltierten Straße auf.

Auf den Schotterstraßen war es ungleich mühsamer zu fahren als auf den heute ausgebauten Straßen. Damals war es nicht ratsam, ohne „Pickzeug“ loszufahren, lagen doch auch immer wieder Hufnägel von den Pferden der Fuhrwerke auf der Straße.

So war das Rad fahren ein beliebtes Vergnügen für Jung und Alt. Und wem es zu anstrengend wurde, der konnte letztlich mit dem Schiff zurück fahren.

Die Straße um den See wurde auch bald für Radrennen und Rekorde genutzt. Und bald wusste jeder sportlich orientierte Radfahrer „Seine Zeit“, also seine persönliche Rekordmarke um den Attersee. Und manchmal ging es im wahrsten Sinne des Worte um eine Wette.


Wettrennen

Urkunde des Wettrennens 1965

Ein Zeitungsbericht aus den 1960er Jahren:
Verfolgungsrennen um den Attersee
Im Litzlberg·Keller treffen sich am Stammtisch des öfteren Sportler. In vorgerückter Stunde wurde eine kühne Wette abgeschlossen, ein Radrennen um den Attersee durchzuführen, bei dem der Gastwirt Kroiß gegen Max Mayr antreten sollte. Mayr versprach ab Start eine Stunde vorzugeben, in Unterach und in Alexenau je eine Flasche Bier mit Jause einzunehmen. und bot ein Fass Wein und ein Fass Bier, wenn er verlieren sollte. Für Kroiß war der Einsatz billiger, bloß ein Fass Bier im Falle einer Niederlage.

Kürzlich, an einem grauen Herbsttag, erfolgte um 13.30 Uhr der Start. Zahlreiche Fahrzeuge mit Fantasieaufschriften, wie Rundfunk, Fernsehen, Presse etc. begleiteten die beiden „Giganten der Atterseestraße“ in zwei Gruppen; wobei das Brüderpaar Lachinger für je eine Kontrollgruppe als Manager fungierte.

Die durch Vorgabe einer Stunde für den Kellerwirt und die Auflage für Max Mayr, zwei Jausenstationen zu machen, war der Ausgang des Rennens für Hunderte von Zuschauern spannend und ungewiss. Tatsächlich äußerte Mayrs Manager in Unterach, dass der Vorsprung des Gastwirtes Kroiß kaum noch einzuholen sein dürfte. Doch Mayrs Manager verstand es, durch seine Antreibermethoden aus seinem biergeschwächten Schützling alle Kraftreserven·herauszuholen, so dass es zu einem dramatischen Finish kam; ein Fahrer hat den anderen vor Erschöpfung kaum bemerkt, als Mayr 300 m vor dem Ziel am Kellerwirt vorbeizog. Unter dem Beifall der sportbegeisterten Zuschauer wurde das Sportereignis der ersten Attersee-Herbstrundfahrt bekanntgegeben: Fahrzeit Max Mayr 1 Stunde 43 Minuten, Franz Kroiß 2 Stunden, 49 Minuten.

Die Kellerwirtin ließ es sich anschließend nicht nehmen, bei Grammelknödl, Bratwürstel und Sauerkraut, Sieger und Verlierer wieder zu versöhnen. Die ausgesetzten Preise wurden von beiden Teams leicht und gerne aufgebraucht, weil der Kellerwirt feierlich bekanntgab, dass mit diesem Rennen seine sportliche Laufbahn ein Ende gefunden hat.
Die Strecke betrug 54 Kilometer.

Autofreier Raderlebnistag

Autofreier Radtag 1995
Prospekt zum ersten auofreien Radtag

Am 24. September 1995 fand der erste „Autofreie Raderlebnistag rund um den Attersee“ statt. Dazu liest man in der Seewalchner Gemeindechronik: „Zwischen 10.00 und 17.00 Uhr sind die Bundesstraßen um den Attersee für den KFZ-Verkehr gesperrt.
Bei bestem Herbstwetter finden sich rund 50.000 Radler, unter ihnen Landeshauptmann Dr. Pühringer, ein. Da selbst die kühnsten Erwartungen der Veranstalter (dem ORF sowie dem Atterseeverband) bei weitem übertroffen werden, kommen die Radfahrer gelegentlich in einen regelrechten Stau. Manche Geschäfte sind am Abend völlig leer gekauft.“

Mittlerweise ist dieser Radtag jährliche Tradition. Die Radfahrer – je nach Wetter zwischen 1000 und 50.000 – kommen aus halb Österreich, Bayern etc. Manche reisen schon am Vortag an.

Als vor einigen Jahren aus Termingründen der Radtag ausfallen musste, hagelte es Proteste.

Sportveranstaltungen

In jüngerer Zeit wird der Attersee-Rundkurs für verschiedene Rennen genützt. Bei einem 24-Stunden-Radrennen am 18. und 19.September traten zum Beispiel rund 80 Sportler und Sportlerinnen an. Der Sieger Paul Lindner aus Salzburg, legte in 25 h 7‘ 54 “ 17 Runden mit insgesamt 829,6 km zurück.

Jährlich findet auch der Wettkampf „King of the Lake“ statt. Dieses Radrennen auf gesperrter Strecke wird als Einzel-Zeitfahren um den Attersee durchgeführt. So waren z.B. am 26. September 2015 295 Herren und 34 Damen am Start. Die Bestzeit für die 49,5 km lange Strecke stellte Igor Kopse aus Slowenien mit 1:00:59,65 auf.