Plätte

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Plätte mit Holzladung und Ruderantrieb um 1900

Plätten sind flache und breite Transportschiffe mit denen früher vorwiegend Holz- und Schottertransporte auf dem Attersee durchgeführt wurden.

Eine aus Holz gebaute Plätte wurde von den Familien Staufer und Lobe in Attersee betrieben. Die letzte Holzplätte der Familie Lobe wurde noch Mitte der 1960er Jahre neu gebaut. Die dafür nötigen, 26 Meter langen Fichtenstämme hatten einen Durchmesser von etwa 30 bis 80 cm und wurden vom Buchberg mit einem Sattellastwagen und einem lenkbaren Nachläufer-Anhänger zum Sägewerk Hemetsberger (Niedermayrsäge) nach Nussdorf gebracht. Die Sägewerkseinrichtung musste für diesen Spezialauftrag eigens adaptiert werden.

Die gesägten, etwa 10 cm dicken Pfosten wurden zum naheliegenden See gestreift und von dort auf dem Wasserweg zum Schiffbauer Gebetsroither nach Buchberg geflößt. Der Bau einer Plätte erforderte sehr viel überliefertes Fachwissen und monatelange Schwerarbeit. Die dicken Holzplanken mussten um die Spanten gebogen, angepasst und wasserdicht aneinander gefügt werden.

Zur Ausstattung der neuen Plätte gehörten ein Dieselantrieb und ein hydraulischer Bagger zum Be- und Entladen des Schotters aus der Weissenbachmündung. Früher musste der Schotter noch von Hand aus dem Wasser geschaufelt werden. Nach nur wenigen Jahren verdrängte der wesentlich günstigere Strassentransport die letzte Holzplätte vom Attersee.

Fallweise wurden Plätten auch für Sonderfahrten angeheuert. Ein Bild aus dem Jahr 1932 zeigt die Überfuhr der Musikkapelle Nußdorf und des Veteranenvereins zu einem Gründungsfest nach Weyregg. Das größte Unglück auf dem Attersee erlebten 1742 etwa 100 Wallfahrer aus Weyregg am Attersee, wobei 88 Wallfahrer beim Untergang der Plätte den Tod fanden.

Im den Jahren 2001-2004 bauten vier Schöflinger eine Plätte nach historischen Vorbildern nach. Dies ist nun die einzige Plätte am Attersee.

Bildergalerie

Das Trajektschiff - Häuplplätte - bringt die beladenen Waggons zur Mole der Attergaubahn
Der elektrische Triebwagen zieht die Waggons bis nach Vöcklamarkt zur Westbahn

Der Trajektverkehr mit der Häuplplätte

Eisenbahnfähren werden als Trajektschiffe bezeichnet. Das Sägewerk Franz Häupl in Attersee erwarb 1942 von der Schiffswerft Linz ein solches motorbetriebenes Trajektschiff zum Transport von Holzlieferungen mit Güterwaggons vom Sägewerk zur Schmalspurbahn in Attersee. Auf dem Stahlplattendeck des Schiffes waren Geleise montiert, auf denen drei Waggons der Länge nach Platz fanden. Gewöhnlich wurde dieses Schiff Häuplplätte genannt.

Der Schienenstrang der Attergaubahn wurde zu diesem Zweck vom Bahnhof Attersee bis zur Mole bei der Zentrale der Attersee-Schifffahrt verlängert. Der Gleisanschluß war mit Handwinden verstellbar um zwischen Schiff und Mole eine flexible Verbindung herzustellen. Die leeren Waggons wurden vom elektrischen Triebwagen mit einem leichten Zwischenwagen auf das Schiff geschoben und die beladenen Waggons mit einer Trosse vom Schiff über den steilen Anstieg hinauf zum Bahnhof gezogen. Am Bahnhof Vöcklamarkt musste das Holz von den Schmalspurwaggons zum Weitertransport händisch in die Normalspurwaggons der Westbahn umgeladen werden. Auf Grund der Entwicklung im Straßenverkehr wurde der Trajektverkehr 1966 aufgelassen und die Mole 1972 abgetragen. An ihrer Stelle wurde eine Anlage errichtet um die Atterseeschiffe an Land ziehen zu können.

Zu den in den 1950er Jahren obligaten Sommerfesten in Nussdorf wurden alljährlich von der Häuplplätte aus imposante Feuerwerke in den nächtlichen Atterseehimmel gezeichnet, die über dem ganzen See zu sehen waren.


Quelle