Pfarrkirche Gampern: Unterschied zwischen den Versionen

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Auf der Rückseite des Altars befindet sich die im Volksmund bekannte  ''„Gamperner Hölle“.'' Eine beeindruckende Darstellung des ''„Jüngsten Gerichtes“'' mit Christus als Weltenrichter. St. Petrus lässt die Guten in den Himmel ein, auf der anderen Seite des Bildes werfen Teufel die Verdammten in den Höllenrachen.
 
Auf der Rückseite des Altars befindet sich die im Volksmund bekannte  ''„Gamperner Hölle“.'' Eine beeindruckende Darstellung des ''„Jüngsten Gerichtes“'' mit Christus als Weltenrichter. St. Petrus lässt die Guten in den Himmel ein, auf der anderen Seite des Bildes werfen Teufel die Verdammten in den Höllenrachen.
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Manfred Binder, Gampern<br>
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Pfarre Gampern, Flügelaltar in Gampern, Kunstverlag Hofstetter 2005<br>
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Version vom 9. April 2010, 12:28 Uhr

Seit 1143 war Gampern als Filiale von Vöcklamarkt dem Collegiat-Stift Mattsee inkorporiert, bis es 1900 eine selbständige Pfarre wurde. Dem Stift Mattsee verblieb das Patronatsrecht.

So wie die meisten Kirchenbauten in unserer Gegend stammt auch die Gamperner Kirche aus der Zeit der Spätgotik im 15.Jahrhundert. Die weithin bekannte Kirche ist das einzige Beispiel für einen original erhaltenen Flügelaltar in unserer Gegend.

Nachdem viele Kirchen schon in der Reformationszeit eines Teiles ihres gotischen Inventars beraubt worden waren (Bilderstürme), bekamen die meisten Kirchen im Zuge der Gegenreformation eine neue, dem nun herrschenden Geschmack angepasste barocke Inneneinrichtung. Aus welchen Gründen immer die Gamperner Kirche nicht barockisiert wurde, bietet sie heute mit ihrem einzigartigen Flügelaltar ein gutes Beispiel für die Inneneinrichtung einer sehenswerten gotischen Landkirche. In der vermutlich von Stefan Wultinger erbauten Hallenkirche steht im Chor das Fertigstellungsdatum 1486, während das Langhaus zwischen 1490 und 1515 erbaut wurde.

Der Altar dürfte während der Bauzeit des Langhauses entstanden sein. Eine Inschrift-Tafel auf der Rückseite nennt die Jahreszahl 1507. Als Stifter des spätgotischen Wandelaltares ist der Passauer Domherr und spätere Dompropst Wilhelm IV. von Nothafft belegt, dessen Bildnis mit Wappen auf dem Tafelbild der Darstellung Christi im Tempel verewigt ist. Besonders die Bemalung der Rückseite im voll entwickelten Donauschule-Stil beweist das Kunstverständnis der Stifter.

Im Ganzen wird das Werk den frühen Bildhauerarbeiten der Astl-Schule (Leonard Astl) in Gmunden zugeschrieben. Bei den Passionstafeln kann eine Übereinstimmung mit Stichen von Michael Wolgemut, dem Lehrer von Dürer, und Martin Schongauer nachgewiesen werden.

Jeder Flügelaltar der Gotik führt dem Betrachter Heilsgeschichten vor Augen und machte so die Liturgie und den Ablauf des Kirchenjahres für das einfache Kirchenvolk, das weder lesen noch schreiben konnte, verständlich. Im Mittelpunkt steht die Muttergottes. Die Flügelreliefs künden die Botschaft von der Menschwerdung des Gottessohnes.

Bei geöffnetem Altar ist im Schrein die gekrönte Muttergottes als Himmelskönigin mit dem Jesuskind auf dem Arm, flankiert von Kirchenpatron Remigius und hl. Pantaleon zu sehen. Die Flügelreliefs zeigen aus dem Weihnachtsfestkreis Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Christi und Darstellung im Tempel.

Bei geschlossenem Altar sind Szenen der Passion - Ölberg, Ecce Homo, Kreuztragung und der Kreuzigung dargestellt. Auf den Standflügeln sind links die Heiligen Leonhard, Sebastian und Dionysius, rechts Christophorus, Pantaleon und Ursula zu sehen.

Im Gesprenge stehen in der Mitte der hl. Remigius, links der hl. Pantaleon, rechts der hl. Sebastian, außen die hll. Katharina und Barbara und ganz oben der Auferstandene, ihm zur Seite Maria und Johannes Evangelist.

Auf der Rückseite des Altars befindet sich die im Volksmund bekannte „Gamperner Hölle“. Eine beeindruckende Darstellung des „Jüngsten Gerichtes“ mit Christus als Weltenrichter. St. Petrus lässt die Guten in den Himmel ein, auf der anderen Seite des Bildes werfen Teufel die Verdammten in den Höllenrachen.

Quellen

Manfred Binder, Gampern
Pfarre Gampern, Flügelaltar in Gampern, Kunstverlag Hofstetter 2005
Hans Plötzeneder: Heimatbuch Gampern, Gemeinde Gampern 1993