Nußdorfer Häuser ab 1890

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Dieser Artikel versucht die Entwicklung des Ortsbildes von Nußdorf am Attersee seit dem 19. Jahrhundert nachzuvollziehen. Die ersten Fotografien stammen aus dem Jahr 1890. Aus einem kleinen Bauerndorf entstand eine Gemeinde mit vorwiegend Zweitwohnsitzen durchmischt mit kleinstrukturierten, mehrheitlich touristischen Gewerbebetrieben. Gegenüberstellungen alter und jüngerer Ansichten erlauben einen Eindruck von den gravierenden Veränderungen. Die drei großen Campingplätze auf den einst freien Wiesen und Feldern zwischen Ort und See prägen das Gesamtbild. Trotz allem ist im Ortszentrum ein dörflicher Charakter mit alten, stattlichen Bauernhäusern und Gasthöfen erhalten geblieben. Ebenso in den Ortschaften rundherum mit aktiven landwirtschaftlichen Betrieben.

Ansicht von Nußdorf um 1920
So sah Sigmund Walter Hampel Nußdorf 1937
Luftbild von Nußdorf um 2003

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Die Ansichten zeigen, dass sich der Ortskern von Nußdorf zwischen 1920 und 1960 kaum verändert hat. Mit dem Tourismusboom ab 1960 begann eine starke Bautätigkeit. Auf freien Wiesen und Feldern entstanden Privathäuser, Pensionen, Ferienwohnungen und große Campingplätze. Aus dem ehemaligen Bauerndorf wurde eine Tourismusgemeinde mit allen Erfordernissen an die Infrastruktur. Straßen- und Wegenetze, Parkplätze, Kanal, Wasser-, Strom- und Lebensmittelversorgung sowie verschiedene Tourismuseinrichtungen wurden errichtet und erweitert.

Geschichte

Vor dem großen Brandereignis von 1857, bei dem 14 Häuser ein Raub der Flammen wurden, waren die Häuser fast ausnahmslos aus Holz gebaut und standen nahe aneinander. Im Tagebuch des Michl Wiesinger 1830 - 1895 ist dieses unselige Ereignis so vermerkt: „Am Montage nach der Heilingdreifaltigkeit kam um 9.Uhr abens ein sehr starkes Gewitter, und der Blitz schälgt am Fleischakerhaus ein, wogleich das halbe Dorf in Feier stand. Wo auch unser neier Bau schon fast zu Brennen anfing aber zum klück hat sich doch der Wind geendert. der Becker durfte sich an seinen alten platz hier in dorfe nicht mehr aufbauen so gebe ich ihn von meinen Staller Feldland ein Virteljoch Grund wo das jetzige Bäckerhaus steht.“

Wie die Häuser in Nußdorf zuvor ausgesehen haben dürften, zeigen die Ansichten vom Schneiderbauernhaus in Reith aus dem Jahr 1920 oder dem Leidnerhaus in Parschallen aus 1895. Mit dem Wiederaufbau hat sich Nußdorf stark verändert. Nicht nur das Bäckerhaus wurde an einer anderen Stelle neu aufgebaut, auch der Niedermayrhof stand zuvor an der Stelle wo später das Kaufgeschäft der Familien Berlinger, dann Dirnberger und zuletzt Strohmayer steht.

Die neuen Häuser wurden mit Steinen aufgemauert, die vom Gmauret, am nördlichen Ortsrand von Nußdorf, herangebracht wurden. Dort lagen alte Mauerreste und Fundamente, von denen man annimmt, dass sie von einem alten, vergessenen Kloster oder aus der Römerzeit stammen. Diese Stelle wurde im Volksmund „Schindergrube“ genannt und in den 1950er und 1960er Jahren mit Müll aus dem Dorf aufgefüllt. Später ist aus „Gmauret“ ein Ortsteil von Nußdorf mit Einfamilien- und Ferienhäusern geworden.

Es gab damals den Beruf der „Steinmaurer“, die diese Bauform beherrschten. Für die aufwändigen Gewölbebauten der Ställe kamen italienische Maurer nach Nußdorf. Der Stall des Niedermayrhofes maß etwa 12 x 12 Meter im Quadrat. Von vier runden, profilierten Steinsäulen die zentral in einem Quadrat von etwa 4 x 4 Metern standen, führten an allen Seiten acht Rundbogengewölbe zu den Außenmauern. Sie waren verputzt und mit Inschriften und Stuckprofilen verziert. Bei einem Brand im Jahre 1957 – also genau 100 Jahre später – stürzte das Gewölbe durch das Übergewicht des, mit Löschwasser durchtränkten Heustockes ein.

Der Autor versucht die Höfe und Häuser vom Ortszentrum, dem Schmiedanger, ausgehend im Umkreis zu beschreiben. Ursprünglich verlief die Hausnummerierung vom Pfarrhof mit der Nummer 1 beginnend, entlang der südlichen Bachseite aufwärts bis in die Wienerroith und an der nördlichen Bachseite wieder herunter. So hatte der Lexenhof die Nummer 3 und der Moritzenbauernhof auf der gegenüberliegenden Bachseite die Nummer 20. Später wurden die Häuser nach der Reihenfolge ihrer Entstehung nummeriert. Ab den 1970er Jahren wurden Namen für Straßen, Ortsteile und Siedlungen mit üblicher Nummerierung eingeführt um die Orientierung für Ortsfremde und insbesondere für Noteinsätze von Rettung Feuerwehr und Polzei zu erleichtern. Bei der Namensgebung orientierte sich die Gemeinde weitgehend nach alten Flurbezeichnungen um diese im Sprachgebrauch zu erhalten.

Die einzelnen Ortschaften, Gehöfte und Häuser werden anschließend beschrieben. Alte Hausmühlen und Hauskapellen ergänzen das Bild. Die Darstellung beschränkt sich auf jene Teilbereiche, von denen alte Ansichten zur Verfügung stehen. Viele alte Fotografien von Nußdorf sind in der Sammlung von Walter Großpointner erhalten geblieben. Die Gegenüberstellung alter Ansichten mit neueren Abbildungen macht die Entwicklung von Nußdorf im vergangenen Jahrhundert sichtbar.

Im Artikel Nußdorfer Erbhöfe werden die Ergebnisse der Erbhofforschung in den Jahren 1987/88 geschildert.


Der Orstkern von Nußdorf

Der Schmiedanger

(Am Anger)

Der Schmiedanger, an dem vor 1857 das Bäckerhaus gestanden war, hat sich wegen seiner zentralen Lage zum Ortszentrum entwickelt. Er liegt etwas abseits der Durchzugsstraße (ursprünglich führte hier die Hauptstraße durch) und eignet sich gut für Feste und Veranstaltungen. Von diesem Platz sind Fotos aus 1906, 1910 und 1960 erhalten, die die Veränderungen zeigen.

Das Schmiedhaus

(Am Anger 2)

Das Schmiedhaus hat eine zentrale Lage am Anger zwischen den Gasthäusern Bräu, später Aichinger und dem Fleischhacker, später Ragginger. Die südliche Haushälfte, in der früher die Schmiede, die Scheune und der Stall untergebracht waren, wurde abgetragen und ein Kaufgeschäft und in den Obergeschoßen Wohnräume errichtet.

Der Lexenhof

(Am Anger 4)

Angrenzend zum Anger liegt der Lexenhof, der später touristisch als Restaurant, Bar und Pension genützt wird.


Der Kollerhof oder Moritzenbauer

(Am Anger 6)

Wie der ehemalige Besitzer des Kollerhofes und auch des Lexenhofes, Michael Wiesinger in seinem Tagebuch beschreibt, blieb der Kollerhof beim Brand von 1857 vom Feuer verschont. Das Haus wurde kurz zuvor neu errichtet. Zu diesem Hof gehört eine ehemalige Mühle, heute ein Wohnhaus und der Campingplatz Wiesinger.

Das Kralowetzhaus

(Kapellenweg 1)

Im Kralowetz-, später Baumgartingerhaus wurde eine Schusterwerkstätte betrieben und daneben nach dem 2. Weltkrieg bis zur Errichtung des Pfarrkindergartens von Frau Berta Baumgartinger (Tante Berta) ein Kindergarten. Nach ihrem Tod wurde das Haus 2011 von der Familie Aichinger (Bräugasthof) erworben. Der von aussen zugängliche Keller des Hauses wurde früher als Eiskeller zur Bierlagerung genützt und steht seit jeher schon im Eigentum des Bräugasthofes.

Das Bräuhaus

(Am Anger 1)

Das Bräu in Nußdorf besteht aus dem Hotelgebäude und dem „Haberlhaus“, das früher landwirtschaftlichen Zwecken diente und später die „American Bar“ und den „Weinkeller“ beherbergt. Auf einer der Seeliegenschaften steht das traditionelle „Cafehaus“ nahe der Schiffsanlegestelle.

Der Dommerlbauer oder Mitterhof

(Kapellenweg 2)

Nördlich des Zentrums liegt der Mitterhof oder Dommerlbauer. In den 1960er Jahren setzten die Besitzer Maria und Josef Graus mit der Errichtung des ersten Campingplatzes in Nußdorf neue touristische Maßstäbe, die das Ortsbild nachhaltig veränderten.

Brennervilla (Badervilla)

(Badergasse 1)

Die Brennervilla hat ihren Namen vom ehemaligen Besitzer, Primarius Dr. Alexander Brenner, der erster oberösterreichischer Äztekammerpräsident, Pionier der Chirurgie in Oberösterreich und großer Förderer der Turnvereine in Linz und Nußdorf war.

Feuerwehrdepot und Musikheim

(Kapellenweg)

Im Feuerwehrhaus ist seit 1968 auch das Musikheim untergebracht.

Der Seitlhof oder Hiaslbauer

(Dorfstraße 38)

Der Seitlhof oder Hiaslbauer liegt östlich des Angers. Von ihm ist nur mehr das Wohnhaus erhalten geblieben. Das Wirtschaftsgebäude musste einer Erholungsanlage des Bräugasthofes weichen. Vom seinerzeitigen Besitzer, Ludwig Gruber, wurde der Campingplatz Gruber errichtet.

Das Strohmayerhaus

(Dorfstraße 34)

Auf dem Standort des Strohmayerhauses befand sich vor dem Brand von 1857 der Niedermayrhof, der östlich davon neu aufgebaut wurde. Der Kaufmann Berlinger errichtete an der Brandstatt ein Haus, das später in das Eigentum der Familien Dirnberger und Strohmayer überging.

Der Roiderhof

(Dorfstraße 39)

Der Roiderhof liegt östlich an der Dorfstraße bzw. der Attersee-Bundesstraße, angrenzend zum Nußdorfer Bach. Im Bauernhaus sind Ferienwohnungen untergebracht. Große Seeufergrundstücke werden für Erholungszwecke vermietet. Zu diesem Gut gehört auch ein Nebenhaus, das Wohnzwecken der Familie dient und Ferienwohnungen beherbergt.

Das Stiglergut

(Dorfstraße 58)

Der Bauernhof der Familie Stigler steht zwischen dem Roidergut und dem Weslgut direkt an der Dorfstrasse bzw. der Attersee-Bundesstraße. Dieses Haus wurde am 17. Mai 1982 durch einen Brand zerstört. In der Folge wurden die Stallungen für das Vieh ausserhalb des Ortes, auf der Straße nach Reith neu errichtet. Im alten Bauernhof wurden Ferienwohnungen und eine Hofbäckerei eingerichtet.

Zum Stiglergut gehört die Stiglervilla, bergseitig gegenüber dem Bäckerhaus. Sie ist im typischen Villenstil der Jahrhundertwende um 1900 mit einer aufwändig verzierten Holzveranda und Giebelschnitzereien gestaltet und dient neben Wohnzwecken der Familie auch zur Zimmervermietung an Feriengäste.

Das Weslgut

(Dorfstraße 60)

Das Weslgut der Familie Ablinger befindet sich an der Dorfstraße angrenzend an den Kirchenvorplatz. Zu diesem Gutsbesitz gehören ein Appartmenthaus am See neben der Latzlvilla und zwei weitere Wohnhäuser der Familie.

Das Frankhaus

(Dorfstraße 40)

Das Frankhaus fiel durch seine vorgebaute grüne Veranda auf, die mit aufwändigen Laubsägearbeiten verziert war. Die Familien Frank und später Wiesinger betrieben ein Kaufgeschäft und die erste Tankstelle im Ort. Das Haus wurde nach 2000 abgerissen.

Der Fleischhacker

(Dorfstraße 42)

Das Fleischhackerhaus hat als Gasthof eine lange Tradition. Die früheren Besitzer trugen den Namen Wiesinger und später Ragginger. An der Stelle des dazugehörigen, ehemaligen Stadlmannhauses steht nun eine moderne Fleischhauerei mit Gästezimmern.

Kirche und Pfarrhof

(Dorfstraße)

Die katholische Pfarrkirche Nußdorf ist in einem eigenen Artikel beschrieben. Sie liegt etwas seeseitig von der Ortsmitte und ist vom Friedhof umgeben. Bergseitig gegenüber, in Verlängerung des Kirchplatzes, liegt der Pfarrhof

Beim Staller oder Schuster

(Seestraße 1)

Das Stallerhaus liegt im Anschluss an die Kirche, ihrem Vorplatz und den Friedhof an der Straße zum See. Später heißen die Besitzer Schuster und Roither.

Der Niedermayrhof

(Dorfstraße 29)

An der nördlichen Ortseinfahrt liegt seeseitig der Niedermayrhof. An den Außenmauern des Wohnstockes sind die Steine frei sichtbar und zeigen, wie die Häuser beim Wiederaufbau nach 1857 mit Steinen vom Gmauret gebaut wurden. Alle anderen Häuser wurden später verputzt

Das Ledererhaus

(Bachgasse 4)

Vom Ledererhaus ist die längste Tradition als Handwerksbetrieb in Nußdorf bekannt. Vermutlich wird bereits ab dem 13. Jahrhundert bis heute auf diesem Standort Leder hergestellt.

Das Schuster Justi Haus

(Bachgasse 2)

Das Justihaus war ein altes Holzhaus zwischen Roiderhof und Ledererhaus. Nach dem 2. Weltkrieg war in diesem Haus einige Jahre lang die Schülerausspeisung für die auswärtigen Schüler untergebracht, die nicht zum Mittagessen heimgehen konnten.

Das Wiesnerhaus

(Dorfstraße 35)

Im Wiesnerhaus befindet sich eine Tischlerei, die in den vergangenen Jahrzehnten mehrmals vergrößert wurde. Das Wiesnerhaus, das heutige Cafehaus, früher Kurschmied (Tierarzt) und das alte Gemeindehaus, welches 2009 abgerissen wurde, gehörten früher zum Rehrlgut des Karl Schorn. Seine interessante Geschichte siehe unter "Öffentliche Gebäude". Nach dem Tod von Ludwig Gruber, dem Besitzer des Seitlhofes (Hiaslbauer) gingen auf dem Erbwege erhebliche Grundstücksflächen in den Besitz des Wiesnerhauses über.

Das Oberdorf

(Oberdorf mit Birkenweg und Steinweg)

Als Oberdorf wird der vom Schmiedanger bachaufwärts gelegene Teil des Ortes genannt.

Das Wastlgut in der Wienerroith

(Wienerroith 7)

In der Wienerroith ist ein altes Bauernhaus erhalten geblieben das in Nußdorf einzigartig ist. Die Eltern der derzeitigen Besitzer waren der langjährige Vizebürgermeister Anton Ablinger und seine Frau Oberschulrätin Elisabeth Ablinger. Sie hat Generationen von Nußdorfer Kindern unterrichtet, war jahrzehntelang Organistin und hat den Kirchenchor geleitet. Ihnen verdankt Nußdorf nicht nur viel öffentliches Engagement sondern auch die Erhaltung eines bäuerlichen Baujuwels.

Das Bäckerhaus

(Dorfstraße 49)

Das Bäckerhaus stand vor 1857 im Dorfzentrum. Seit Generationen wird hier von der Familie Auinger Brot gebacken. Früher wurde zugleich eine kleine Landwirtschaft betrieben. Heute gehört auch ein Kaffeehaus dazu.

Häuser im südlichen Ortsteil

(Schmiedgarten, Gartenweg, Waldweg, Risszaun, Limbergstraße, Am Reitherweg)

Öffentliche Gebäude

(Gemeindeamt Dorfstraße 33)

Karoly Huszar um 1910

Im Haus Nr. 37, dem alten Gemeindeamt, das 2009 abgetragen wurde, kam am 10. September 1882 Joannes Karolus Schorn zur Welt. Sein Vater, Karl Schorn, war Kurschmied (Tierarzt) und besaß das Rehrlgut. Seine Mutter Karolina stammt vom Ederfritzen-Wirt in St. Georgen im Attergau. Dieser Joannes Karolus Schorn wurde am 24. November 1919 als Kàroly Huszar zum Ministerpräsidenten von Ungarn angelobt. Er verstarb im Jahr 1941.

Doktorhaus

(Seestraße 2)

Das Doktorhaus war ursprünglich die Volksschule von Nußdorf. Seit 1911 wohnten und ordinierten dort die Nußdorfer Gemeindeärzte. Das waren bzw. sind Dr. Lechner, Dr. Resch, Dr. Granzner, Dr. Haase, Dr. Brenner, Dr. Steinhardt und derzeit Dr. Wenger-Öhn. Der Gemeindearztpraxis ist eine Hausapotheke angeschlossen. Seit 2011 ist zu dem auch das Vitalhaus Prof. Hoffmann KG in diesem Haus untergebracht.

In seiner Geschichte wurde das Haus wiederholt renoviert und erweitet, in seinem äusseren Erscheinungsbild aber nur wenig verändert. So blieb der ursprüngliche Baustil im Wesentlichen erhalten.

Volksschule

(Dorfstraße 61)

Die Volksschule wurde 1911 eröffnet und später erweitert und renoviert.

Das Isolierhäusl

(Oberdorf)

Das Isolierhäusl, im Volksmund Krepierhäusl genannt, wurde in früheren Zeiten für die Unterbringung von Menschen mit ansteckenden Krankheiten benützt. Diese Bedauernswerten wurden von der übrigen Bevölkerung isoliert bis sie wieder gesund waren oder verstarben. Es liegt am Waldrand am Nußdorfer Bach und wurde später verkauft und als Wohnhaus genützt.

Kapellen

Die Bräukapelle (Donnerkapelle), die Dommerlbauerkapelle, die Ledererkapelle, die Niedermayrkapelle und die Kapelle vom Müller z' Dickau und auch das Fleischhacker Kreuz gehörten zu den jeweiligen Häusern. Sie waren Ziel der Fronleichnams- und Bittprozessionen wurden dazu festlich geschmückt.

Bildstock in der Wienerroith

Im Jahr 1995 wurde von der Goldhaubengruppe Nußdorf ein Bildstock gestiftet. Alljährlich wird dort eine Maiandacht gehalten. Er steht in der Wienerroith, einem Weiler oberhalb Nußdorfs mit einem Panoramaausblick über See und Gebirge.

Der Landungsplatz

(Seestraße)

Am Landungsplatz kamen die Schiffe ans Ufer. Personen gingen an und von Bord. Die Brief- und Paketpost und andere Waren wurden verladen. Ein kleines Häuschen diente als Warteraum und Magazin. Bei den beliebten Sommerfesten wurden hier von den Bäuerinnen Krapfen gebacken.

Bauliche Gegensätze

Mit der Villa von Eugen Freiherr von Ransonnet, verbinden die Nußdorfer die Erinnerung an einen Künstler, Denker, Gönner, einen visionären Geist, der die Entwicklung von Nußdorf im positivsten Sinne voraussah und mitbestimmte.

Das Lager unterhalb des Wieserbauern-Hofes wurde 1938 für den Bau der Reichsautobahn errichtet, diente später dem Reichsarbeitsdienst und der HJ-Wehrertüchtigung. Während des 2. Weltkrieges wurden Kriegsgefangene interniert. Von 1945 bis 1950 wurde es als Flüchtlingslager genützt, in dem bis zu 500 Heimatvertriebene lebten. Seit seinem Abriss 1950 erinnert an dieser Stelle nichts mehr an dieses Stück Nußdorfer Zeitgeschichte über Intoleranz, Rassenwahn, Krieg, Tod und Elend.

Reith

(Reith, Uferstraße, Seepoint)

Die Ortschaft Reith gibt dem Reithergupf seinen Namen, der sich westlich davon erhebt.

Zell

(Zell, Feldstraße, Sichtenberg, Drift, Mitterweg)

In der evangelischen Schule in Zell, die von 1789 bis 1925 bestand, wurden seinerzeit die meisten evangelischen Kinder des Attersee- und Attergaugebietes unterrichtet.

Die beiden Ortschaften Reith und Zell am Attersee sind in einem Mondseer Codex aus dem 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt: "per fines riute et celle in aterse, 748". Damit wird bezeugt, dass dieses Gebiet schon bald nach der Völkerwanderung neu besiedelt war. Bei Reith handelt es sich um einen frühen Rodungsnamen, Zell bedeutet eine außerhalb der Klostergemeinschaft (in diesem Fall Mondsee) gelegene Mönchszelle.

Dexelbach

Zwei stattliche Bauernhöfe, der Moar und der Lacher bilden den Ort Dexelbach. Dazu haben sich später einige Privathäuser und zwei Campingplätze gesellt

Parschallen

(Am Dachsberg, Ins Hochfeld, Auweg, Holzanger, Bergweg, Am Ufer)

Am Seeufer von Parschallen stehen eine Reihe von Ferienhäusern bekannter Familien. Unter anderem auch das von Kurt Waldheim und Hans Dichand

Aich

(Weinbergstraße, Bachweg, Fahrnleiten, Am See, Stockwinkl, Wiedmais, Ramsau, Reiserbauer, Promberg, Aichereben)

Die Ortschaft Aich liegt bergseits vom See zwischen Parschallen und Stockwinkl und zieht sich über das Reiserbauerngut bis zur Aichereben hinauf.

Limberg - Lichtenbuch

(Dachsteinblick, Unterschwarzenbach, Oberschwarzenbach, Jagermoos, Streit, Geiselstatt)

Den traumhaften Ausblick über den Attersee müssen sich die Bauern in Limberg und Schwarzenbach auf steilen Wiesen und Feldern hart verdienen. Lichtenbuch war früher eine eigene Gemeinde

Hausmühlen

Zu vielen Bauernhöfen gehörten Hausmühlen, die mit einer Ausnahme alle verfielen. Die Reiserbauer-Mühle wurde von beherzten Freiwilligen unter der Leitung von Walter Großpointner liebevoll renoviert und ist ein beliebtes Wanderziel mit regelmäßigen Vorführungen.

Quellen

  • Walter Großpointner, Nußdorf - Heimatgeschichtliche Sammlung
  • Sammlung Gebetsberger, Nußdorf
  • Manfred Hemetsberger, Nußdorf