Josef Wenger

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Josef Wenger

Josef Wenger (*17. September 1840, †12. Jänner 1903) war Mühlen- und Sägewerksbesitzer (Schockmühle) an der Ager, Bürgermeister von Oberachmann, Landtags- und Reichsratsabgeordneter.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Josef Wenger wurde am 17. September 1840 in der Schockmühle, Oberachmann 1 (jetzt Siebenmühlenweg 1, Marktgemeinde Lenzing) geboren. Mit 20 Jahren leitete er bereits das Mühlen- und Sägewerk seines Vaters. Mit 27 Jahren kam er in den Gemeindeausschuss der Marktgemeinde Schörfling. 1874 heiratete er seine Frau Johanna. Der Ehe entsprossen vier Söhne und eine Tochter.

Der Politiker Wenger

Im Alter von 27 Jahren begann sein politisches Leben als Gemeinderat der Marktgemeinde Schörfling und ein Jahr später kam er in den Gemeinderat der Gemeinde Oberachmann, dem er durch fünf Perioden ununterbrochen angehörte, davon von 1885 bis 1894 als Bürgermeister. Josef Wenger war ein Organisationstalent und trat für eine fortschrittliche Entwicklung ein. Er war in den verschiedensten Interessensvertretungen führend tätig. So wurde er 1878 als Kandidat der Städte- und Industrieorte des Wahlbezirkes Vöcklabruck in den OÖ Landtag gewählt. 1884 und 1889 wurde er zum Landtagsabgeordneten gewählt.

Als sich Dechant Pflügl, Pfarrer von St. Georgen im Attergau, vom politischen Leben zurückzog, kam Josef Wenger als Abgeordneter des Landgemeindebezirks Wels-Vöcklabruck in den Reichsrat, dem er bis zu seinem plötzlichen Tod 1903 angehörte. Er war ein unermüdlicher Fürsprecher für seinen Wahlkreis.

Neben diesen Tätigkeiten war Wenger bis zu seinem Tod auch Feuerwehrhauptmann in Schörfling. Er war Gründungsmitglied des Verschönerungsvereins Schörfling, Direktor der Schörflinger Dilettanten-Theatergesellschaft und Obmann der örtlichen Raiffeisenkasse. Als Ortsschulratsobmann in Schörfling und Obmannstellvertreter des Bezirksschulrates zeigte er auch seine Interesse für die Schulen.

Seiner patriotischen Gesinnung hat Schörfling das Kaiserdenkmal zu verdanken, das der Verschönerungsverein zum 40-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. im Jahr 1888 errichten ließ.

1889 gab Wenger die Anregung zum Bau der Hochquellleitung für die Marktgemeinde. 1875 wurde Josef Wenger auch noch zum Vertreter der Schifffahrt und Flößer auf der Ager und Traun gewählt.

Der Unternehmer Wenger

Neben seiner Arbeit als Politiker gelang es Josef Wenger auch noch seinen eigenen Mühlen- und Sägebetrieb ausgezeichnet zu führen. Er beschäftigte eine eigene Flößerpartie, die bis nach Ungarn Holz aus seiner Produktion lieferte. 1885 installierte er ein neues Sägegatter, das seit dem Jahr 2020 im Pavillon des Agermühlenweges ausgestellt ist. Im Rahmen seiner angeschlossenen Landwirtschaft wurde er öfters mit Preisen für ausgezeichnete Tierzucht geehrt. Wenger war auch Vorstand des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Vöcklabruck.

Die Nichtbezahlung einer Holzlieferung im Wert von 200.000 Kronen an einen betrügerischen Holzhändler in Wien soll der Auslöser eines Gehirnschlags gewesen sein, an dem Josef Wenger am 12. Jänner 1903 verschied.

Ehrungen

  • Goldenes Verdienstkreuz seiner k.u.k. Majestät
  • Große silberne Ehrenmedaille Oberöstereichs
  • Ehrenbüger der Gemeinden Oberachmann, Schörfling und Weyregg

Quelle

  • Hans Dickinger: Geschichte von Schörfling, Marktgemeinde Schörfling am Attersee, 1988