Hubertuskapelle im Gerlhamer Moor: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Hubertuskapelle im Gerlhamer Moor''', Gemeinde [[Seewalchen am Attersee]], wurde von der [https://www.atterwiki.at/index.php?title=J%C3%A4gerschaft_Seewalchen_a._A. Jägerschaft Seewalchen a. A.]errichtet.
Die '''Hubertuskapelle im Gerlhamer Moor''', Gemeinde [[Seewalchen am Attersee]], wurde von der [[Jägerschaft Seewalchen a. A.]]errichtet.


== Entstehungsgeschichte ==
== Entstehungsgeschichte ==
Die Seewalchner Jägerschaft unter dem damaligen Jagdleiter Alois Hemetsberger („Schein Lois”, gest. 15.5.2009) trug sich bereits seit den 1980er Jahren mit dem Gedanken, eine Kapelle für Jagdpatron und Jägerschaft zu errichten. In Diskussion waren ein Standort in [[Haining]] und im „Moar-Holz“ von Franz Pühringer (Gerlham), sowie eine Adaption der Dreifaltigkeits-Kapelle in Kemating. Schlussendlich entschied man sich für den jetzigen Standplatz in der ehemaligen „Bräu-Schottergrube”, der bei den Jägern durch das alljährliche „Jagdgewehr-Einschießen“, sowie als Rastplatz bei Treibjagden bekannt und beliebt war. Im Jahr 2002 wurde ein Komitee zur Errichtung der Hubertuskapelle gegründet. Mitglieder waren Bürgermeister Mag. Johann Reiter, Jagdleiter Alois Hemetsberger und sein Sohn Alois jun., DI Hans Irrgeher, Franz Pühringer, Diakon Karl Höllwerth und Restaurator Franz Günther Andorfer, von dem auch die Ausführungsplanung und die künstlerische Gestaltung stammt.
Die Seewalchner Jägerschaft unter dem damaligen Jagdleiter Alois Hemetsberger („Schein Lois”, gest. 15.5.2009) trug sich bereits seit den 1980er Jahren mit dem Gedanken, eine Kapelle für Jagdpatron und Jägerschaft zu errichten. In Diskussion waren ein Standort in [[Haining]] und im „Moar-Holz“ von Franz Pühringer (Gerlham), sowie eine Adaption der Dreifaltigkeits-Kapelle in Kemating. Schlussendlich entschied man sich für den jetzigen Standplatz in der ehemaligen „Bräu-Schottergrube”, der bei den Jägern durch das alljährliche „Jagdgewehr-Einschießen“, sowie als Rastplatz bei Treibjagden bekannt und beliebt war. Im Jahr 2002 wurde ein Komitee zur Errichtung der Hubertuskapelle gegründet. Mitglieder waren Bürgermeister Mag. [[Johann Reiter]], Jagdleiter Alois Hemetsberger und sein Sohn Alois jun., DI Hans Irrgeher, Franz Pühringer, Diakon [[Karl Höllwerth]] und Restaurator Franz Günther Andorfer, von dem auch die Ausführungsplanung und die künstlerische Gestaltung stammt.


Die Schottergrube und der umgebende Wald gehörten ursprünglich - genauso wie das [[Gerlhamer Moor]] - zum Besitz des [[Brauerei Litzlberg|Litzlberger Bräuhofs.]] Später waren die Familien Eichmann/Schweiger Eigentümer des „Gfehrat-Holzes“, wie der Wald bei der Kapelle genannt wurde. Zur Zeit des NS-Regimes befand sich ganz in der Nähe, zwischen [[Neißing]] und [[Ainwalchen]] ein Arbeitslager für den Autobahnbau, dessen Aufsichtspersonal die Schottergrube für Schussübungen verwendete.  
Die Schottergrube und der umgebende Wald gehörten ursprünglich - genauso wie das [[Gerlhamer Moor]] - zum Besitz des [[Brauerei Litzlberg|Litzlberger Bräuhofs.]] Später waren die Familien Eichmann/Schweiger Eigentümer des „Gfehrat-Holzes“, wie der Wald bei der Kapelle genannt wurde. Zur Zeit des NS-Regimes befand sich ganz in der Nähe, zwischen [[Neißing]] und [[Ainwalchen]] ein Arbeitslager für den Autobahnbau, dessen Aufsichtspersonal die Schottergrube für Schussübungen verwendete.  
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== Feiern bei der Hubertuskapelle ==
== Feiern bei der Hubertuskapelle ==
Der Platz und die Kapelle ist nicht nur ein beliebtes Wanderziel, sondern wird auch von der Jägerschaft für Streckenlegungen, z.B. nach der „Hofjagd“, für Maiandachten und für die jährlich im Herbst stattfindende Hubertusmesse genutzt.
[[Datei:Hubertus-Kapelle F G Andorfer 2023.jpg|mini|211x211px|Hubertus Kapelle, gezeichnet 2023 von Franz G. Andorfer]]
Der Platz und die Kapelle ist nicht nur ein beliebtes Wanderziel, sondern wird auch von der Jägerschaft für Streckenlegungen, z.B. nach der „Hofjagd“, für Maiandachten und für die jährlich im Herbst stattfindende Hubertusmesse genutzt. Im Juni 2023 fand die 20-Jahr Feier statt, die Diakon Karl Höllwerth gestaltete und von den Attergauer Jagdhornbläsern umrahmt wurde.
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Datei:Maiandacht20 04.jpg|Maiandacht 2004 mit Moor im Vordergrund
Datei:Maiandacht20 04.jpg|Maiandacht 2004 mit Moor im Vordergrund

Aktuelle Version vom 5. Mai 2024, 19:05 Uhr

Hubertuskapelle mit Seewalchner Jägerschaft, 2003
Hubertuskapelle im Winter 2005/2006

Die Hubertuskapelle im Gerlhamer Moor, Gemeinde Seewalchen am Attersee, wurde von der Jägerschaft Seewalchen a. A.errichtet.

Entstehungsgeschichte

Die Seewalchner Jägerschaft unter dem damaligen Jagdleiter Alois Hemetsberger („Schein Lois”, gest. 15.5.2009) trug sich bereits seit den 1980er Jahren mit dem Gedanken, eine Kapelle für Jagdpatron und Jägerschaft zu errichten. In Diskussion waren ein Standort in Haining und im „Moar-Holz“ von Franz Pühringer (Gerlham), sowie eine Adaption der Dreifaltigkeits-Kapelle in Kemating. Schlussendlich entschied man sich für den jetzigen Standplatz in der ehemaligen „Bräu-Schottergrube”, der bei den Jägern durch das alljährliche „Jagdgewehr-Einschießen“, sowie als Rastplatz bei Treibjagden bekannt und beliebt war. Im Jahr 2002 wurde ein Komitee zur Errichtung der Hubertuskapelle gegründet. Mitglieder waren Bürgermeister Mag. Johann Reiter, Jagdleiter Alois Hemetsberger und sein Sohn Alois jun., DI Hans Irrgeher, Franz Pühringer, Diakon Karl Höllwerth und Restaurator Franz Günther Andorfer, von dem auch die Ausführungsplanung und die künstlerische Gestaltung stammt.

Die Schottergrube und der umgebende Wald gehörten ursprünglich - genauso wie das Gerlhamer Moor - zum Besitz des Litzlberger Bräuhofs. Später waren die Familien Eichmann/Schweiger Eigentümer des „Gfehrat-Holzes“, wie der Wald bei der Kapelle genannt wurde. Zur Zeit des NS-Regimes befand sich ganz in der Nähe, zwischen Neißing und Ainwalchen ein Arbeitslager für den Autobahnbau, dessen Aufsichtspersonal die Schottergrube für Schussübungen verwendete.

Nach einem schweren Sturmschaden im Jahr 2001 – die Windwurfflächen sind zum Teil noch heute erkennbar - verkaufte die letzte Eigentümerin Elisabeth Eichmann aus Wien den Wald an die Familie Reiter aus Litzlberg, der Familie des jetzigen Bürgermeisters von Seewalchen. Johann und Gudrun Reiter stellten im Jahr 2003 der Jägerschaft das Grundstück für den Bau der Kapelle in Form eines Baurechts unentgeltlich zur Verfügung.

Bilder vom Kapellenbau 2003

Feiern bei der Hubertuskapelle

Hubertus Kapelle, gezeichnet 2023 von Franz G. Andorfer

Der Platz und die Kapelle ist nicht nur ein beliebtes Wanderziel, sondern wird auch von der Jägerschaft für Streckenlegungen, z.B. nach der „Hofjagd“, für Maiandachten und für die jährlich im Herbst stattfindende Hubertusmesse genutzt. Im Juni 2023 fand die 20-Jahr Feier statt, die Diakon Karl Höllwerth gestaltete und von den Attergauer Jagdhornbläsern umrahmt wurde.

Umgebungsbereich

Gerlhamer Moor mit Hubertuskapelle

Im Nahbereich der Kapelle befindet sich eine Info-Stele des im selben Jahr 2003 geschaffenen „Gustav Klimt Themenweg“. Der weltberühmte Maler Gustav Klimt war von 1900 bis 1907 Sommerfrischegast im Bräuhof Litzlberg, und fand in der Umgebung von Litzlberg und möglicherweise auch hier im Gerlhamer Moor die Motive für seine Landschaftsbilder, wie z.B. „Buchenwald“, „Birken“, „Tannenwald“.

Weiter östlich auf einem Waldrandweg Richtung Neißing erreichbar befindet sich der im Rahmen eines EU-geförderten Projektes vom Verein Kulturkraft radiästhetisch untersuchte Naturkraftplatz „Birnbaumplatz“, der „kraftvolle Fröhlichkeit, das Leben zu Zweit und in der Gemeinschaft, und das Zusammenspiel von männlicher und weiblicher Energie“ sensibilisieren und erlebbar machen soll.

Das südlich der Kapelle vorgelagrte, ungefähr zwölf Hektar große, Gerlhamer Moor ist ein Relikt der letzten Eiszeit. Das Flachmoor wurde im vorigen Jahrhundert durch Torfabbau und Streuwiesennutzung nur extensiv genutzt, sodass sein naturnaher Charakter weitgehend erhalten blieb. Zahlreiche naturgeschützte seltene Pflanzen und Tiere kommen hier vor. Im Jahr 1989 erwarb die Österreichische Naturschutzjugend mit Unterstützung der Marktgemeinde Seewalchen und des Landes Oberösterreich das Moorgebiet. Im Jahr 1993 wurde es zum Naturschutzgebiet erklärt.

Die Jagd in Seewalchen

Jägerschaft Seewalchen

Die Jagd im Gemeindegebiet von Seewalchen am Attersee wurde bis zum Jahre 1893 von der Herrschaft und später von der Gutsverwaltung Kogl ausgeübt. Die Größe des Jagdgebietes beträgt ca. 2.001 ha (ohne Seefläche). Neben dem Rehwild kommen u.a. auch Feldhasen, Fasane (selten), Schnepfen, Rotfüchse, Dachse, Stein- und Baummarder und Wildenten vor. Auch im Gerlhamer Moor darf noch gejagt werden. Bis Mitte des vorigen Jahrhunderts kam im Gerlhamer Moor auch der seltene Birkhahn („Kleiner Hahn“) vor. Der letzte Abschuss ist aus dem Jahr 1949 durch den Seewalchner Jäger und Mechanikermeister Johann Lenzenweger dokumentiert. Von 1893 bis 1928 war der Kalkbrenner Carl Leiß aus Seewalchen Jagdpächter, von 1928 bis 1949 der Schmiedemeister Josef Frickh aus Seewalchen. Seit 1949 wird die Jagd von einer Jagdgesellschaft ausgeübt. Ursprünglich bestand die Jagdgesellschaft Seewalchen aus drei Gesellschaftern, nunmehr aus sechs (2003). 1948 gab es in Seewalchen zehn Jäger (Ausgeher), im Jahr 2003 waren es bereits 20. Der jährliche Rehwildabschuss beträgt ca. 70-80 Stück. Das Fallwild durch Unfälle und Mähverluste beträgt jährlich ca. 50 – 60 Stück (Zahlen aus 2003).

Lage

Die im Jahr 2003 errichtete Hubertuskapelle befindet sich in der Ortschaft Gerlham im Gemeindegebiet von Seewalchen am Attersee auf der Waldparzelle 1703/1 KG Litzlberg am Nordrand des Naturschutzgebietes „Gerlhamer Moor“. Sie ist von der alten Gerlhamer Schmiede aus (Familie Reiter, Gerlham 6) fußläufig erreichbar. Ein weiterer Weg führt von Neißing aus zwischen Wald und Moor hin zur Kapelle.

Quelle

  • Mag. Johann Reiter, Alois Hemetsberger sen., DI. Hans Irrgeher, Franz Günther Andorfer: Festschrift zur Einweihung der Hubertuskapelle, Jägerschaft Seewalchen, August 2003
Kapellen in Seewalchen am Attersee
WappenSeewalchen.jpg
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