Hubert Lechner

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Hubert Lechner wie ihn noch viele gekannt haben
Der Maler vom Attersee Herausgegeben und verlegt im Eigenverlag - Nußdorf am Attersee 2004. Prof. Mag. Anton Roither, 4865 Nußdorf am Attersee, Seestraße 4. ISBN 3-900841-01-2
Lechner als Werbegraphiker
Lechner und die Mobilisierung von Gefühlen
Das Arzthaus in Nußdorf mit Familie Dr. Lechner um 1913

Hubert Lechner (1903-1990) war ein vielseitiger Maler und Graphiker, der acht Jahrzehnte seines Lebens mit dem Attersee verbunden war. Schon während seiner künstlerischen Ausbildung fertigte Hubert Lechner vielbeachtete Kupferstiche und Holzschnitte an. Danach befasste er sich mit Werbegraphik für bekannte Unternehmen und die österreichweite Fremdenverkehrswerbung. Manches Markenlogo, das Lechner in den 1930er Jahren entwarf, ist nach wie vor allgemein bekannt. Als Professor und akademischer Maler unterrichtete er an der HTL in Linz, Fachklasse für Werbe- und Gebrauchsgraphik. Mit zunehmendem Alter widmete sich Lechner vermehrt der Aquarellmalerei. Es entstanden viele Landschaftsbilder des Atterseegebietes. Hubert Lechner vermied abstrakte Darstellungen. Aus seinen realistischen Bildern wirkt eine tiefe künstlerische Ausdruckskraft, welcher sich der Betrachter nur schwer entziehen kann.

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

Prof. Mag. Anton Roither, der in Nußdorf aufgewachsen ist und Lechner persönlich kannte, ist es zu danken, dass sein Leben und Wirken in einer ausführlichen Biographie mit dem Namen Der Maler vom Attersee der Nachwelt erhalten geblieben ist. Roither führte lange Gespräche mit Lechners Frau Maria und arbeitete den Nachlass auf. Es gelang ihm, in seinem Buch sowohl den Menschen Hubert Lechner als auch dessen Lebensweg und Werk sehr treffend zu dokumentieren und die Grundlage für diesen Artikel im AtterWiki zu schaffen.

Kurzbiographie

  • 1903 Hubert Lechner wird am 25. Mai 1903 in Wien geboren
  • 1911 Übersiedlung mit seinen Eltern nach Nußdorf am Attersee. Sein Vater Dr. Josef Lechner wird hier Gemeindearzt
  • 1923 Matura am humanistischen Gymnasium in Ried im Innkreis
  • 1923–1925 Studium an Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt, Kupferstich und Radierung bei Prof. A. Cossmann, Holzschnitt bei Prof. Frank
  • 1925–1929 Studium an Kunstgewerbeschule in Wien (Hochschule für angewandte Kunst) bei Prof. Bertold Löffler (Malerei und frei Graphik, Werbe- und Gebrauchsgraphik); Psychologie- und Pädagogikstudium an der Universität Wien
  • 1933 Verehelichung mit Maria Kikel (geb. 1907) in Wien
  • 1930–43 Werbegraphiker im Atelier der Buch- und Kunstdruckerei Steyrermühl in Wien
  • 1933 Preis beim Plakatwettbewerb der Österreichischen Bundesbahnen
  • 1938 Preis beim Plakatwettbewerb zum Kontinentalen Reklamekongress
  • ab 1946 Freischaffender Maler und Werbegraphiker in Nußdorf am Attersee
  • 1951–1969 Professor an der Bundesgewerbeschule / Höhere Technische Lehranstalt in Linz, Fachklasse für Werbe- und Gebrauchsgraphik
  • 1970–1990 Jährliche Ausstellungen seiner Werke am Attersee
  • 1990 Hubert Lechner stirbt am 21. September in Nußdorf am Attersee und ist am Ortsfriedhof begraben

Leben und Wirken

Hubert Lechner war ein bescheidener Mensch und vermied es, sich vor Publikum darzustellen. Für seine sehr ernsthaft betriebene künstlerische Arbeit brauchte er Ruhe und Konzentration. Seine Wohnung war meist zugleich Atelier. In seiner Bescheidenheit liegt auch der Grund, warum zwar seine millionenfach vervielfältigten geistigen Leistungen breite Bekanntheit erreichten, deren Urheber jedoch weithin unbekannt blieb.

Bereits als Student fertigte Lechner Kupferstiche und Exlibris – Buchbesitzzeichen – in Form kleiner Holzschnitte an. Die Kunst des Holzschnittes beherrschte Lechner in vollendeter Qualität. Als Beispiele sind das Wiener Michaelertor, Stadtansichten von Salzburg und Braunau und eine Reihe von Attersee-Veduten genannt.

Als Porträtist verwendete Lechner häufig die Aquarelltechnik, die wegen ihrer Schwierigkeit selten angewendet wird. Das Aquarell-Porträt seines Vaters, Dr. Josef Lechner, der aus einer alten Mondseer Familie stammte, fand bei einer Kunstausstellung in Linz wegen seiner außergewöhnlichen Ausdruckskraft eine besondere Anerkennung. Ebenso das Ölporträt der Mutter des Nußdorfer Dechant Karl Göschlberger. Lechner beherrschte die verschiedenen Techniken der Malerei wie Öl, Tempera, Aquarell, Kreide, Bleistiftzeichnung und mehr auf hohem Niveau. Er ist in der Kunstrichtung dem Realismus zuzurechnen, der in Deutschland mit Wilhelm Leibl und in Österreich mit Ferdinand Matthias Zerlacher eine Generation vor Lechner seine Blütezeit erlebte. Zerlacher schuf viele seiner Werke, so wie Lechner, während seiner Zeit in Nußdorf am Attersee.

Der Brotberuf Hubert Lechners, mit dem er auch ein gutes Einkommen erzielen konnte, war seine Tätigkeit als Gebrauchsgraphiker für große Unternehmen und die österreichweite Fremdenverkehrswerbung. Diese Arbeiten begannen bereits vor dem Zweiten Weltkrieg und erlebten in den sogenannten Wirtschaftswunderjahren nach dem Krieg ihren Höhepunkt. Es entstanden viele Plakate, Prospekte, Landschaftsdarstellungen, Panoramapräsentationen, Produktlogos und Werbegraphik verschiedenster Art. Bei der Betrachtung mancher Lechner-Poster könnte man den Eindruck bekommen, der berühmte Andy Warhol hätte sich später vom Kunststil Hubert Lechners eine Anleihe genommen.

In diesem Metier musste er sich bei Ausschreibungen gegen starke Konkurrenz durchsetzen. Es gelang ihm wie wenigen, die Gefühle der Menschen anzusprechen und Sympathien zu wecken. Diese Arbeiten entstanden vor allem im Atelier der Druckerei Steyrermühl in Wien und wurden in hohen Auflagen sowohl für Werbung als auch für Postkarten und Kalender verwendet. Für den Wiener Spielkartenfabrikanten Piatnik, der ebenfalls seine Sommerfrische in Nußdorf verbrachte, malte Lechner Tierbilder für Quartettspiele. Volkskundliche Bedeutung erlangten seine Vorlagen für Trachtenkleidung nach Angaben des Heimatforschers Franz Lipp.

Hubert Lechner wurde von der Nußdorfer Bevölkerung sehr geschätzt und brachte sein künstlerisches Talent auch in das öffentliche Leben ein. So schuf er humorvolle Dekorationen für verschiedene Anlässe des Verschönerungsvereins und der Freiwilligen Feuerwehr und übernahm die künstlerische Gestaltung von Festen.

Im Alter widmete sich Lechner vor allem seiner Vorliebe, der Landschaftsmalerei. Es entstanden viele Bilder, vor allem Aquarelle von der näheren und weiteren Umgebung seines Wohnortes Nußdorf. Die Motive waren reizvolle alte Häuser, Mühlen, Dorfensembles, Szenen aus dem Arbeitsleben, Uferlandschaften am Attersee mit alten Badehütten und Stegen sowie Blumen, Pflanzen und Tiere.

Bei den jährlichen Ausstellungen während der Sommerferien in der Nußdorfer Volksschule lernten Einheimische wie Feriengäste das reichhaltige Kunstschaffen Hubert Lechners näher kennen als während seines Arbeitslebens. In dieser Zeit zwischen 1970 und 1990 fanden viele seiner Werke Liebhaber in Nah und Fern. Am 21. September 1990 stirbt der akademische Maler Professor Hubert Lechner in Nußdorf am Attersee und ist am Ortsfriedhof begraben.

Werke

Die Bilder wurden dem Buch von Prof. Mag. Anton Roither, Der Maler vom Attersee – Leben und Werk des Malers und Graphikers Hubert Lechner (1903–1990), entnommen.

Holzschnitte

Werbegrafik

Aquarelle und Bleistiftzeichnungen

Quelle

  • Prof. Mag. Anton Roither, Der Maler vom Attersee – Leben und Werk des Malers und Graphikers Hubert Lechner (1903 – 1990)