Holzverarbeitung: Unterschied zwischen den Versionen

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(Holz als Bau- und Werkstoff)
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[[Bild:Gatter04.jpg|thumb|320px|Sägearbeit in Nussdorf am Attersee um 1960]]
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Schon die [[Pfahlbauten|Pfahlbausiedler]] um den [[Attersee]] bearbeiteten [[Holz]] als Baumaterial für ihre Hütten, stellten daraus Werkzeuge her und verwendeten es zum [[Holz als Energieträger|heizen]]. Im dritten Jahrtausend n.Chr. wird Holz im Attergau sowohl mit modernsten Maschinen und Werkzeugen als auch nach alter Handwerkstradition zu verschiedensten Produkten verarbeitet. Seit über sechstausend Jahren zählt die '''Holzverarbeitung''' zu einer wesentlichen Lebensgrundlage für die Menschen im [[Attergau]].  
Die Geschichte der '''Holzverarbeitung''' im [[Attergau]] reicht mehrere Jahrtausende zurück.
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[[Bild:Holzverarbeitung.jpg|thumb|400px|Holz aus dem Attergau wird hier seit Jahrtausenden zu vielen verschiedenen Produkten verarbeitet]]
 
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==Die Anfänge==
 
==Die Anfänge==
 
Im [[Salzkammergut]] und damit wohl auch im [[Attergau]] begann sich bereits um 4000 v. Chr. eine Hochkultur zu entwickeln. Grundlagen dafür waren die Salzlagerstätten in Hallstatt, die Feuersteinvorkommen am Mondsee und die Kupfervorkommen in der Grauwackenzone<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Grauwackenzone Wikipedia Deutschland Grauwackenzone]</ref>. Als Heizmaterial und Hilfsmittel für Bergbau und Transport hatte Holz, das in großen Mengen und leicht zugänglich zur Verfügung stand, bereits damals eine große Bedeutung. Die Seenplatte des Salzkammergutes war über [[Seeache]], [[Ager]] und Traun mit dem Donauraum verbunden und ermöglichte Kontakte und Transport zu andern steinzeitlichen Ansiedlungen.  
 
Im [[Salzkammergut]] und damit wohl auch im [[Attergau]] begann sich bereits um 4000 v. Chr. eine Hochkultur zu entwickeln. Grundlagen dafür waren die Salzlagerstätten in Hallstatt, die Feuersteinvorkommen am Mondsee und die Kupfervorkommen in der Grauwackenzone<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Grauwackenzone Wikipedia Deutschland Grauwackenzone]</ref>. Als Heizmaterial und Hilfsmittel für Bergbau und Transport hatte Holz, das in großen Mengen und leicht zugänglich zur Verfügung stand, bereits damals eine große Bedeutung. Die Seenplatte des Salzkammergutes war über [[Seeache]], [[Ager]] und Traun mit dem Donauraum verbunden und ermöglichte Kontakte und Transport zu andern steinzeitlichen Ansiedlungen.  

Version vom 5. März 2014, 18:41 Uhr

Schon die Pfahlbausiedler um den Attersee bearbeiteten Holz als Baumaterial für ihre Hütten, stellten daraus Werkzeuge her und verwendeten es zum heizen. Im dritten Jahrtausend n.Chr. wird Holz im Attergau sowohl mit modernsten Maschinen und Werkzeugen als auch nach alter Handwerkstradition zu verschiedensten Produkten verarbeitet. Seit über sechstausend Jahren zählt die Holzverarbeitung zu einer wesentlichen Lebensgrundlage für die Menschen im Attergau.

Holz aus dem Attergau wird hier seit Jahrtausenden zu vielen verschiedenen Produkten verarbeitet

Inhaltsverzeichnis

Die Anfänge

Im Salzkammergut und damit wohl auch im Attergau begann sich bereits um 4000 v. Chr. eine Hochkultur zu entwickeln. Grundlagen dafür waren die Salzlagerstätten in Hallstatt, die Feuersteinvorkommen am Mondsee und die Kupfervorkommen in der Grauwackenzone[1]. Als Heizmaterial und Hilfsmittel für Bergbau und Transport hatte Holz, das in großen Mengen und leicht zugänglich zur Verfügung stand, bereits damals eine große Bedeutung. Die Seenplatte des Salzkammergutes war über Seeache, Ager und Traun mit dem Donauraum verbunden und ermöglichte Kontakte und Transport zu andern steinzeitlichen Ansiedlungen.

Schneidewerkzeuge

Wohl zu den ersten Holzbearbeitungswerkzeugen zählten die scharfen Schneidekanten von Feuersteinabschlägen. Sie wurden neben Speer- und Pfeilspitzen für Beile und Messer verwendet die auch die Bearbeitung von Holz erlaubte.

Feuersteine[2] standen den Steinzeitsiedlern in der Atterseeregion in ausreichender Menge zur Verfügung, liegt doch am nahen Mondsee eines der größten Feuersteinvorkommen Europas. Nach Erkenntnissen aus den Jahren 2008/2009 lagern hier etwa 60 Millionen Kubikmeter qualitativ hochwertige Hornsteine[3] und Radiolarite[4] auf einer Fläche von 240 Quadratkilometern. Sie wurden bereits in der Mondseekultur[5] von 3800 bis 3300 v. Chr. abgebaut und für steinzeitliche Werkzeuge und Waffen verwendet. Fundstücke in den nahen Pfahlbausiedlungen des Mondsees und Attersees aber auch in anderen steinzeitlichen Siedlungsgebieten Mitteleuropas konnten zweifelsfrei der Mondseer Herkunft zugeordnet werden. Im Gegenzug wurden auch einzelne Feuersteine aus bayrischer und norditalienischer Provenienz am Mond- und Attersee nachgewiesen. Sie waren bereits vor 5000 Jahren eine wertvolle und begehrte Handelsware in Europa. Der Feuersteindolch des Steinzeitmannes Ötzi[6], der am Similaun-Gletscher gefunden wurde, stammt eindeutig aus den Monti Lessini am Gardasee.

Wiederentdeckt wurden diese Lagerstätten nach einem starken Windwurfereignis (Sturm „Emma“ vom 29. Februar bis 2. März 2008) am Fuße der Eisenau am Mondsee. Auf einem Schuttkegel wurde ein Großteil des Baumbestandes mitsamt der flachen Verwurzelung umgeworfen und das darunter liegende Felsgeröll freigelegt. Wissenschaftler, darunter der Geoarchäologe Alexander Pinsteiner, kamen zur Erkenntnis, dass ein gigantischer Bergsturz an dieser Stelle um 3300 v. Chr. die Mondseekultur und mit ihr den Abbaubetrieb schlagartig beendete.

Schneidewerkzeuge für die Bearbeitung von Holz wurden in späterer Folge aus Bronze, Eisen, legierten Stählen und Hartmetall hergestellt. Das Bearbeiten und Zerteilen von Holz mit einer scharfen Schneide ist seit urgeschichtlichen Zeiten bis heute gleich geblieben, geändert hat sich die Geschwindigkeit. Was einmal tagelange mühevolle Handarbeit beanspruchte, geschieht heute ohne Anstrengung in Sekunden.

Verschleißfreie Trenntechnologien, wie etwa Laser[7], konnten sich nur in sehr geringem Maß bei der Bearbeitung von nur wenige Millimeter dicken Holzquerschnitten durchsetzen.

Lebensgrundlage - Entwicklung

In moderner Form stellt die Holzverarbeitung nach wie vor auch im 21. Jahrhundert eine bedeutende Einkommensquelle für die Menschen der Region dar. Von der Waldarbeit über Transport, Säge, Tischlerei bis zur industriellen Verwertung des Holzes für die Herstellung von Papier, Zellstoff, Textilfasern zählt die Holzwirtschaft zu den bedeutendsten Arbeitgebern rund um den Attersee. Als nachwachsender, umweltfreundlicher Energieträger gewinnt Holz zunehmend an Bedeutung.

Veränderten sich die Formen der Holzbearbeitung bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts nur langsam, so ging die Entwicklung in der Folge um so rascher voran. Mit dem hohen Holzbedarf für den Wiederaufbau der im zweiten Weltkrieg zerstörten Städte ab 1945 begann eine Industriealisierungswelle mit nachhaltigen Auswirkungen.

Die Holz verarbeitenden Betriebe, wie Sägewerke, Möbelfabriken, Tischlereien und die Papier-, Zellstoff- und Faserindustrie, der Lenzing AG[8] boten bis dahin nicht gekannte Perspektiven. Menschen, die zuvor vorwiegend in der Landwirtschaft tätig waren, sowie viele Heimatvertriebene aus Osteuropa (siehe Rosenau) fanden in der aufstrebenden Holzwirtschaft eine neue Lebensgrundlage.

Immer leistungsfähigere Produktionsmethoden, die reichliche Verfügbarkeit von Energie, kostengünstige Transportmöglichkeiten über weite Entfernungen (Eisenbahn, Autobahnen, Rhein-Main-Donau-Kanal), wie auch die generelle Globalisierung der Wirtschaft führten nach den „Wirtschaftswunderjahren“ ab etwa 1970 zu weiteren Umwälzungen. Die Arbeitsabläufe und die gesamte Logistik wurden mechanisiert und mit Hilfe elektronischer Steuerungen automatisiert. Hubstapler und Kräne übernahmen die schwergewichtigen innerbetrieblichen Transport- und Verladearbeiten.

Viele kleine Holzverarbeitungsbetriebe, wie zB Wagner und Fassbinder, wurden geschlossen. Wenige wuchsen zu Großbetrieben heran und einige kleine Familienbetriebe, wie zB zwei Holzdrahterzeuger in Misling am Attersee überlebten noch einige Jahre mit Nischenprodukten. Eine Ausnahme sind die Tischlereien, die nach wie vor sowohl im handwerklichen Bereich als auch als Vertriebspartner großer Möbel- und Fensterfabriken sehr erfolgreich tätig sind.

Über Jahrhunderte ausgeübtes Handwerk, altes Werkzeug mitsamt dem überlieferten Wissen über seine Handhabung gerät in Vergessenheit. Menschen, die all das noch aus eigener unmittelbarer Anwendung kennen, haben schon ein hohes Alter erreicht. Vieles ist nur mehr aus Erzählungen bekannt.

Holzvermarktung

Die im Attergau hergestellten Holzprodukte fanden in der Frühzeit in der näheren Umgebung seine Abnehmer. Im globalen Handel ab dem 20. Jahrhundert muss sich die Holzwirtschaft der Region Attersee-Attergau weltweit behaupten.

Noch während der Monarchie dehnte sich das Absatzgebiet mehr und mehr aus. Der Ausbau des Eisenbahnnetzes im 19. Jahrhundert ermöglichte Geschäftskontakte in ganz Europa. Hauptabsatzmärkte für Sägeholz liegen heute im europäischen und arabischen Raum, in den USA und Japan. Österreich ist insgesamt zu 47% mit Wald bedeckt – Tendenz steigend – und fünftgrößter Holzexporteur der Erde.

Eine Sonderrolle spielt die Lenzing AG, die zum Teil regionales Buchenholz zu Textilfasern verarbeitet und auf diesem Gebiet Weltmarktführer ist.

Nebenprodukte

Holzreste wurden früher vor Ort zu Holzkohle für die Huf- und Wagenschmieden gebrannt oder als Brennholz verwendet. Heute sind Holznebenprodukte wie Hackschnitzel, Sägespäne etc. Rohstoff für die P apier-, Spanplatten- und Holzwerkstoffindustrie sowie Energieträger.

Baumrinde dient heute überwiegend als Heizmaterial für die Holztrocknung und für Rindenmulch. Bis in die 1950er Jahre wurde Fichtenrinde zum Teil wegen seines Gerbstoffgehaltes an Gerbereien geliefert.

Holzversorgung – Vorräte

Seit 1961 werden vom Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald (BFW) Erhebungen über verschiedene Parameter des österreichischen Waldes, die sogenannte Waldinventur, durchgeführt. In diesem Beitrag werden Kennzahlen [9] für den Bezirk Vöcklabruck ausgewiesen. Der Attergau mit den Gemeinden um den Attersee nimmt davon etwas weniger als die Hälfte der Fläche ein. Etwa 40% des Attergaues ist mit Wald bedeckt.

Der jährliche Holzzuwachs allein im Bezirk Vöcklabruck (515.000 fm) ist um 189.000 Festmeter höher als dessen Nutzung (327.000 fm). Österreichweit überwiegt der Zuwachs (31,3 Mio. fm) die Nutzung (18,8 Mio. fm) um 12,5 Mio. Festmeter also um 40% bzw. das 67-fache des Bezirkes Vöcklabruck. Diese Menge steht noch bis zu einer ausgeglichenen Waldnutzung für zusätzliche Möglichkeiten etwa zum Teil als umweltfreundlicher, CO²-neutraler Energieträger zur Verfügung.

Themenübersicht

Das Thema Holzbearbeitung spannt sich vom Wald bis zu den zahllosen Produkten aus Holz. Nachstehend ein Überblick über Beiträge, die nach und nach im AtterWiki entstehen sollen bzw. bereits vorhanden sind:

Holz als Bau- und Werkstoff

Sägewerk

Zimmerei, Holzbau, Wasserbau, Architektur mit Holz

Tischlerei, Möbelfabriken

Holzdrahterzeugung

Wagnerei, Fassbinderei, Holzschindelerzeugung

Bootbau, Schiffbau

Holzwarenerzeugung

Holz als Industrierohstoff

Papier-, Zellstoff-, Faserindustrie

Holzwerkstoffindustrie, Spanplatten, Faserplatten

Holz als Energieträger

Hackschnitzel/Pellets - Heizung - Nah- und Fernwärme

Scheitholz für Hausbrand

Köhlerei

Salzversiedung

Glasverhüttung, Glasfabrik Freudenthal


Bildergalerie

Die Bildgalerie zeigt Formen der Holzbearbeitung im Lauf der Geschichte:

Quellen

  • Walter Großpointner - Heimatgeschichtliche Sammlung
  • Familie Hemetsberger Nußdorf

Weblinks

  1. siehe Wikipedia Deutschland Grauwackenzone
  2. siehe Wikipedia Deutschland Feuerstein
  3. siehe Wikipedia Deutschland Hornstein
  4. siehe Wikipedia Deutschland Radiolarit
  5. siehe Wikipedia Deutschland Mondseekultur
  6. siehe Wikipedia Deutschland Ötzi
  7. siehe Wikipedia Deutschland Laser
  8. siehe Homepage Lenzing AG
  9. Waldinventur Österreich