Holzknechtmarterl: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:MarterlResch.jpg|thumb|180px|Emil Resch]]
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[[Bild:MarterlSchmid1.jpg|thumb|180px|Schmidt Rudolf]]
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Wer durch die [[Wald|Attergauer Wälder]] wandert trifft hie und da auf '''Holzknechtmarterl''' zur Erinnerung an Forstarbeiter, die bei ihrer gefährlichen Arbeit ihr Leben verloren haben.  
Wer durch die [[Wald|Attergauer Wälder]] wandert, trifft hie und da auf '''Holzknechtmarterl''' zur Erinnerung an Forstarbeiter, die bei ihrer gefährlichen Arbeit ihr Leben verloren haben.  


==Forstkultur==
==Forstkultur==
Nicht allen im [[Wald]] Verunglückten wurde ein Marterl errichtet. Viele wurden im stillen Gedenken am Friedhof begraben. Manches Unglück aber ist auch nach Jahrzehnten noch unvergessen. Die Marterl an den Unglücksstellen werden erhalten und gepflegt. Manchmal steht auch ein Kerze dort und frische Blumen.  
Gemeinsam erlebte Schicksale und die Suche nach geistlichem Schutz und Trost haben schon sehr früh Traditionen entstehen lassen, die Teil unserer Kultur geworden sind. Seit länger als 300 Jahren findet alljährlich am Samstag vor Michaeli eine Fußwallfahrt der Holzarbeiter - Holzknechtwallfahrt - zur Wallfahrtskirche [[Pfarrkirche Attersee|Maria Attersee]] statt.


==Im Auwald==
Nicht allen im [[Wald]] Verunglückten wurde ein Marterl errichtet. Viele wurden im stillen Gedenken am Friedhof begraben. Manches Unglück aber ist auch nach Jahrzehnten noch unvergessen. Die Marterl an den Unglücksstellen werden erhalten und gepflegt. Manchmal steht auch ein Kerze dort und frische Blumen. Auch wenn sich die Sicherheit durch die Mechanisierung erhöht hat, fordert die Arbeit im Wald nach wie vor Menschenleben.
An der Forststraße vom Neuwegstübel oberhalb [[Nußdorf am Attersee|Nußdorf]] in den Auwald nach [[Straß im Attergau]] steht das Marterl mit folgender Aufschrift:
 
==Holzknechtmarterl in Österreich==
Gerold Jäger, Hans Kissling und Wilhelm Lutz haben im internationalen Jahr des Waldes 2011 eine Broschüre mit dem Namen '''Holzknechtmarterl in Österreich''' gestaltet. Die kleinen Denkmäler sind Teil unserer Kultur und werden von der Abteilung Forstkultur <ref>siehe [http://www.forstkultur.at/ Forstkultur]</ref> im Lebensministerium dokumentiert. Aufmerksam geworden durch den Artikel [[Holzfuhrwerk]] im AtterWiki, haben drei Marterl aus dem Attergau Eingang in die Broschüre gefunden. Es gibt jedoch in der [[Region Attersee-Attergau]] noch viel mehr von ihnen, die unserer Aufmerksamkeit wert sind.
 
===Im Auwald===
An der Forststraße vom Neuwegstübel, oberhalb [[Nußdorf am Attersee|Nußdorf]] in den Auwald nach [[Straß im Attergau]], steht das Marterl mit folgender Aufschrift:


'''Christliches Andenken an Emil Resch Forstarbeiter Trahschwandt Nr. 26 geboren am 3. 5. 1914, welcher am 5. 2. 1951 beim Schlittenziehen tötl. Verungückte. Herr gib ihm die ewige Ruhe.'''  
'''Christliches Andenken an Emil Resch Forstarbeiter Trahschwandt Nr. 26 geboren am 3. 5. 1914, welcher am 5. 2. 1951 beim Schlittenziehen tötl. Verungückte. Herr gib ihm die ewige Ruhe.'''  


==An der Schindelbaumstube==
===An der Schindelbaumstube===
An der Forststraße von Limberg-Dachsteinblick, Gemeinde Nußdorf nach Oberwang ist die sogenannte '''Schindelbaumstube'''. Die längst verfallene '''Sölln''', eine Rindenhütte, in der früher die Holzknechte kochten und übernachteten, wurde von Walter Großpointner und freiwilligen Helfern wiedererrichtet und mit altem Werkzeug und Geräten ausgestattet.  
An der Forststraße von Limberg-Dachsteinblick, Gemeinde Nußdorf nach Oberwang, ist die sogenannte '''[[Schindelbaumstube]]'''. Die längst verfallene '''Sölln''', eine Rindenhütte, in der früher die Holzknechte kochten und übernachteten, wurde von Walter Großpointner und freiwilligen Helfern wiedererrichtet und mit altem Werkzeug und Geräten ausgestattet.  


An dieser Stelle stehen zwei Marterl nebeneinander. Eines trägt die Aufschrift:  
An dieser Stelle stehen zwei Marterl nebeneinander. Eines trägt die Aufschrift:  
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'''In Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit tötlich verunglückt Hans Pötzleithner 1926'''
'''In Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit tötlich verunglückt Hans Pötzleithner 1926'''


==Holzknechtmarterl in Österreich==
==Bildergalerie==
Gerold Jäger, Hans Kissling und Wilhelm Lutz haben im internationalen Jahr des Waldes 2011 eine Proschüre mit dem Namen, '''Holzknechtmarterl in Österreich''' gestaltet. Die kleinen Denkmäler sind Teil unserer Kultur und werden von der Abteilung Forstkultur <ref>siehe [http://http://www.forstkultur.at/ Forstkultur]</ref> im Lebensministerium dokumentiert. Aufmerksam geworden durch den Artikel [[Holzfuhrwerk]] im Atterwiki, haben die geschilderten Marterl aus dem Attergau, Eingang in die Proschüre gefunden. Es gibt jedoch noch mehr von ihnen, die unsere Aufmerksamkeit wert sind.
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==Bildgalerie==
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Bild:MarterlSchmid.jpg|Erinnerung an Schmidt Rudolf
Bild:MarterlSchmid.jpg|Erinnerung an Schmidt Rudolf
Bild:MarterlPölzleithner.jpg|Erinnerung an Emil Resch
Bild:MarterlPölzleithner.jpg|Erinnerung an Emil Resch
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Bild:Marterl1994.jpg|Die Verunglückten sind auch 1994 noch unvergessen
Bild:Marterl1994.jpg|Die Verunglückten sind auch 1994 noch unvergessen
Bild:Martlkreuz.jpg|Manchmal steht nur ein einfaches Holzkreuz
Bild:Martlkreuz.jpg|Manchmal steht nur ein einfaches Holzkreuz
Bild:Schindelbaumstube2.jpg|Wanderziel Schindelbaumstube
Bild:Holzknechtwallfahrt.jpg|Fußwallfahrt der Holzarbeiter 2009 - Einzug in die Wallfahrtskirche Maria Attersee
Bild:Maria Attersee.jpg|Andachtsbildchen - Holzknechtwallfahrt seit länger als 300 Jahren
Datei:SchindelbaumstAnsicht.jpg|Wanderziel Schindelbaumstube
Bild:Schindelbaumstube.jpg|Zwei Marterl bei der Schindelbaumstube
Bild:Schindelbaumstube.jpg|Zwei Marterl bei der Schindelbaumstube
Bild:SchindelbBeschreibung.jpg|Beschreibung der '''Sölln'''  
Bild:SchindelbBeschreibung.jpg|Beschreibung der '''Sölln'''  
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* Walter Großpointner - Heimatgeschichtliche Sammlung
* Walter Großpointner - Heimatgeschichtliche Sammlung
* Manfred Hemetsberger
* Manfred Hemetsberger
* Hans Kissling Lebensministerium
* Hans Kissling, Lebensministerium


[[Kategorie:Kleindenkmale]]
[[Kategorie:Forstwirtschaft]]
[[Kategorie:Forstwirtschaft]]
[[Kategorie:Wald]]
[[Kategorie:Wald]]

Aktuelle Version vom 8. Februar 2014, 16:13 Uhr

Emil Resch
Schmidt Rudolf
Hans Pötzleithner

Wer durch die Attergauer Wälder wandert, trifft hie und da auf Holzknechtmarterl zur Erinnerung an Forstarbeiter, die bei ihrer gefährlichen Arbeit ihr Leben verloren haben.

Forstkultur

Gemeinsam erlebte Schicksale und die Suche nach geistlichem Schutz und Trost haben schon sehr früh Traditionen entstehen lassen, die Teil unserer Kultur geworden sind. Seit länger als 300 Jahren findet alljährlich am Samstag vor Michaeli eine Fußwallfahrt der Holzarbeiter - Holzknechtwallfahrt - zur Wallfahrtskirche Maria Attersee statt.

Nicht allen im Wald Verunglückten wurde ein Marterl errichtet. Viele wurden im stillen Gedenken am Friedhof begraben. Manches Unglück aber ist auch nach Jahrzehnten noch unvergessen. Die Marterl an den Unglücksstellen werden erhalten und gepflegt. Manchmal steht auch ein Kerze dort und frische Blumen. Auch wenn sich die Sicherheit durch die Mechanisierung erhöht hat, fordert die Arbeit im Wald nach wie vor Menschenleben.

Holzknechtmarterl in Österreich

Gerold Jäger, Hans Kissling und Wilhelm Lutz haben im internationalen Jahr des Waldes 2011 eine Broschüre mit dem Namen Holzknechtmarterl in Österreich gestaltet. Die kleinen Denkmäler sind Teil unserer Kultur und werden von der Abteilung Forstkultur [1] im Lebensministerium dokumentiert. Aufmerksam geworden durch den Artikel Holzfuhrwerk im AtterWiki, haben drei Marterl aus dem Attergau Eingang in die Broschüre gefunden. Es gibt jedoch in der Region Attersee-Attergau noch viel mehr von ihnen, die unserer Aufmerksamkeit wert sind.

Im Auwald

An der Forststraße vom Neuwegstübel, oberhalb Nußdorf in den Auwald nach Straß im Attergau, steht das Marterl mit folgender Aufschrift:

Christliches Andenken an Emil Resch Forstarbeiter Trahschwandt Nr. 26 geboren am 3. 5. 1914, welcher am 5. 2. 1951 beim Schlittenziehen tötl. Verungückte. Herr gib ihm die ewige Ruhe.

An der Schindelbaumstube

An der Forststraße von Limberg-Dachsteinblick, Gemeinde Nußdorf nach Oberwang, ist die sogenannte Schindelbaumstube. Die längst verfallene Sölln, eine Rindenhütte, in der früher die Holzknechte kochten und übernachteten, wurde von Walter Großpointner und freiwilligen Helfern wiedererrichtet und mit altem Werkzeug und Geräten ausgestattet.

An dieser Stelle stehen zwei Marterl nebeneinander. Eines trägt die Aufschrift:

Schmidt Rudolf Heimkehrer im 26. Lebensjahr fand hier am 5. 2. 1946 bei der Waldarbeit den Tod.

Auf dem zweiten Marterl steht geschrieben:

In Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit tötlich verunglückt Hans Pötzleithner 1926

Bildergalerie

Weblinks

Quellen

  • Walter Großpointner - Heimatgeschichtliche Sammlung
  • Manfred Hemetsberger
  • Hans Kissling, Lebensministerium