Holzknechtmarterl

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Emil Resch
Schmidt Rudolf
Hans Pötzleithner

Wer durch die Attergauer Wälder wandert, trifft hie und da auf Holzknechtmarterl zur Erinnerung an Forstarbeiter, die bei ihrer gefährlichen Arbeit ihr Leben verloren haben.

Inhaltsverzeichnis

Forstkultur

Gemeinsam erlebte Schicksale und die Suche nach geistlichem Schutz und Trost haben schon sehr früh Traditionen entstehen lassen, die Teil unserer Kultur geworden sind. Seit länger als 300 Jahren findet alljährlich am Samstag vor Michaeli eine Fußwallfahrt der Holzarbeiter - Holzknechtwallfahrt - zur Wallfahrtskirche Maria Attersee statt.

Nicht allen im Wald Verunglückten wurde ein Marterl errichtet. Viele wurden im stillen Gedenken am Friedhof begraben. Manches Unglück aber ist auch nach Jahrzehnten noch unvergessen. Die Marterl an den Unglücksstellen werden erhalten und gepflegt. Manchmal steht auch ein Kerze dort und frische Blumen. Auch wenn sich die Sicherheit durch die Mechanisierung erhöht hat, fordert die Arbeit im Wald nach wie vor Menschenleben.

Holzknechtmarterl in Österreich

Gerold Jäger, Hans Kissling und Wilhelm Lutz haben im internationalen Jahr des Waldes 2011 eine Broschüre mit dem Namen Holzknechtmarterl in Österreich gestaltet. Die kleinen Denkmäler sind Teil unserer Kultur und werden von der Abteilung Forstkultur [1] im Lebensministerium dokumentiert. Aufmerksam geworden durch den Artikel Holzfuhrwerk im AtterWiki, haben drei Marterl aus dem Attergau Eingang in die Broschüre gefunden. Es gibt jedoch in der Region Attersee-Attergau noch viel mehr von ihnen, die unserer Aufmerksamkeit wert sind.

Im Auwald

An der Forststraße vom Neuwegstübel, oberhalb Nußdorf in den Auwald nach Straß im Attergau, steht das Marterl mit folgender Aufschrift:

Christliches Andenken an Emil Resch Forstarbeiter Trahschwandt Nr. 26 geboren am 3. 5. 1914, welcher am 5. 2. 1951 beim Schlittenziehen tötl. Verungückte. Herr gib ihm die ewige Ruhe.

An der Schindelbaumstube

An der Forststraße von Limberg-Dachsteinblick, Gemeinde Nußdorf nach Oberwang, ist die sogenannte Schindelbaumstube. Die längst verfallene Sölln, eine Rindenhütte, in der früher die Holzknechte kochten und übernachteten, wurde von Walter Großpointner und freiwilligen Helfern wiedererrichtet und mit altem Werkzeug und Geräten ausgestattet.

An dieser Stelle stehen zwei Marterl nebeneinander. Eines trägt die Aufschrift:

Schmidt Rudolf Heimkehrer im 26. Lebensjahr fand hier am 5. 2. 1946 bei der Waldarbeit den Tod.

Auf dem zweiten Marterl steht geschrieben:

In Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit tötlich verunglückt Hans Pötzleithner 1926

Bildergalerie

Weblinks

  1. siehe Forstkultur

Quellen

  • Walter Großpointner - Heimatgeschichtliche Sammlung
  • Manfred Hemetsberger
  • Hans Kissling, Lebensministerium