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[[Datei:Agerbrücken Kammer-Seewalchen Copyright DDr Helmut Raffelsberger.jpg|thumb|250px|Die Agerbrücke zwischen Seewalchen und Schörfling]]                                                                                                             
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'''Die Ager, Grenzfluss zwischen Bayern und Österreich (1810-1816)'''
 
                                                                                                                
 
                                                                                                                
'''Österreichweite Bekanntheit erreichte das [[Lager Thalham]] bei [[St. Georgen im Attergau]] als Erstaufnahmestelle (EAST) West des Innenministeriums. Weniger bekannt sind die Entstehungsgeschichte des Lagers und die früheren Verwendungszwecke.'''
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Die [[Ager]] entwässert mit ihren Nebenflüssen [[Vöckla]], Redlbach, Aurach und anderen den Bezirk Vöcklabruck. Sie spielt auch für die Wirtschaft eine wichtige Rolle. Von 1810 bis 1816 war sie sogar Grenzfluss zwischen Bayern und Österreich.
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Seit der Urgeschichte war die Ager Transportweg. Sicher wurde dieser Transportweg schon von den Bewohnern der  [[Pfahlbauten]] genützt. Bis in das 20. Jahrhundert wurde sie für den [[Holzfuhrwerk|Holztransport]] genutzt. Die [[Flößer]] lieferten über den Weg Ager-Traun-Donau [[Holz]] bis nach Wien und Ungarn.  
  
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich kaufte der Reichsarbeitsdienst 1938 das Wiesengrundstück an der [[Dürre Ager|Dürren Ager]] und errichtete ein RAD-Lager. Die untergebrachten Arbeiter hatten verschiedene Bauaufgaben in der Umgebung zu erfüllen.  
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Der Wasserweg und die Wasserkraft ließen am Agerufer eine Unzahl von Mühlen und Sägewerken entstehen. Der Name der Bahnstation [[Siebenmühlen]] weist noch heute auf die Mühlen am Oberlauf der Ager hin. Solche Mühlen waren auch der Grundstock für die später geschaffenen Großbetriebe  Lenzing AG und Eternitwerke.  
  
'''Flüchtlingslager, Tuberkulose-Heilanstalt und Pflegeanstalt'''  
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'''Napoleon und die Ager'''
[[Datei:Lungenheilstätte Thalham.jpg|thumb|250px|Lungenheilstätte]]
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Unmittelbar nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] diente das Lager als Flüchtlingslager für Heimatvertriebene. In den überfüllten Flüchtlingslagern der Umgebung drohten Epidemien. Vor allem die Bekämpfung der Tuberkulose  war notwendig geworden. Im Lager Thalham bot sich die Möglichkeit eine Isolierstation einzurichten. Mit medizinischen Geräten, die aus der Kriegszeit gerettet wurden, konnte ein Anfang gesetzt werden. Am 21. Juni 1947 wurden die ersten TBC-Patienten aufgenommen. Aus der provisorischen Isolierstation wurde eine moderne Lungenheilanstalt, in der bis zu 220 Patienten versorgt wurden und die Ende 1960 aufgelöst werden konnte.
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In der Zwischenzeit wurde die Anstalt eine Aufnahmestelle für Chronisch-Kranke. Schließlich wurden im Lager Thalham Kranke und Hilflose betreut, die aus verschiedensten Gründen weder in häuslicher Pflege noch in einem Krankenhaus versorgt werden konnten.  
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In der [[Papiermühle]] in der Au ([[Pettighofen]]) soll laut Aufzeichnung der Besitzerfamilie sogar Napoleon vorbeigekommen sein.
Das Lager war immer als Flüchtlingslager gewidmet und so wurden laufend Flüchtlinge aus den Krisenherden dieser Welt aufgenommen. Nach dem Ungarnaufstand 1956 kamen viele Ungarn. In den 1960er Jahren waren es Flüchtlinge aus Uganda und in den 1970er Jahren sehr viele Vietnamesen. Mit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ kamen vor allem Flüchtlinge aus den Oststaaten und später aus dem ehemaligen Jugoslawien.
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Jedenfalls verdanken es die Bayern Napoleon, dass sich ihr Königreich bis an die Ager ausdehnen konnte. Von 1810 bis 1816 verlief die Grenze zwischen Bayern und Österreich mitten durch den [[Attersee (See)|Attersee]] und der Ager entlang bis nach Schwanenstadt, um dann Richtung Norden bis an die Donau zu schwenken.
  
'''Erstaufnahmestelle (EAST) West'''
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Diese Grenzziehung hatte massive politische Auswirkungen auf unseren Bezirk. Graf [[Khevenhüller]] verkaufte die jetzt in Bayern liegenden Herrschaften Kogl und Frankenburg an Dr. Andreas Pausinger. Die Landgerichte Frankenmarkt und Vöcklabruck wurden geschaffen. Die [[Evangelische Pfarrkirche Attersee|evangelische Pfarrgemeinde Attersee]] wurde gegründet, lag doch das bisherige Zentrum Rutzenmoos in Österreich. Zwischen den bayerischen Orten Vöcklabruck und Attnang wurde eine Direktverbindung gebaut, da ja Regau, durch das die bisherige verbindende Reichsstraße führte, in Österreich lag. Einwohner der jetzt in Bayern liegenden Gemeinden kämpften auf Seite der Bayern und sogar im Russlandfeldzug Napoleons ließen sie ihr Leben.  
[[Datei:Einfahrt Lager Thalham.jpg|thumb|250px|Erstaufnahmestelle]]  
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Für die Durchführung des Asylgesetzes von 2005 wurden in Österreich die Erstaufnahmestellen Ost in Traiskirchen und West in Thalham bei St. Georgen eingerichtet. Diese Erstaufnahmestellen sind seit Jahren Gegenstand der politischen Diskussion. Sie sollen in ihrer heutigen Form aufgelassen werden und durch Verteilzentren in allen Bundesländern ersetzt werden.
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Im Lager Thalham sind zwischen 100 und 180 Asylwerber untergebracht. Die Kriegsschauplätze im Nahen Osten lassen den Flüchtlingsstrom wieder ansteigen. Das Lager Thalham wird sicher noch Jahre eine erste Heimstätte für Flüchtlinge aus aller Welt bleiben.
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1816 war dieses Intermezzo zu Ende, aber vieles, was in der Bayernzeit eingeführt wurde, blieb. Die Ager verlor wieder den Status eines Grenzflusses, und die [[Seewalchen am Attersee|Seewalchener]] und [[Schörfling am Attersee|Schörflinger]] konnten ungehindert die Agerbrücke überschreiten. Manche behaupten ja augenzwinkernd, diese 6-jährige Trennung der beiden Orte hätte heute noch Nachwirkungen.
  
'''Details siehe: [[Lager Thalham]]'''
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'''Weitere Details über die [[Ager]], die [[Siebenmühlen|Mühlen]] und die Geschichte des [[Attergau]]s im AtterWiki.'''
 
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Version vom 9. Mai 2015, 21:42 Uhr

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Artikel des Monats

Die Agerbrücke zwischen Seewalchen und Schörfling

Die Ager, Grenzfluss zwischen Bayern und Österreich (1810-1816)

Die Ager entwässert mit ihren Nebenflüssen Vöckla, Redlbach, Aurach und anderen den Bezirk Vöcklabruck. Sie spielt auch für die Wirtschaft eine wichtige Rolle. Von 1810 bis 1816 war sie sogar Grenzfluss zwischen Bayern und Österreich. Seit der Urgeschichte war die Ager Transportweg. Sicher wurde dieser Transportweg schon von den Bewohnern der Pfahlbauten genützt. Bis in das 20. Jahrhundert wurde sie für den Holztransport genutzt. Die Flößer lieferten über den Weg Ager-Traun-Donau Holz bis nach Wien und Ungarn.

Der Wasserweg und die Wasserkraft ließen am Agerufer eine Unzahl von Mühlen und Sägewerken entstehen. Der Name der Bahnstation Siebenmühlen weist noch heute auf die Mühlen am Oberlauf der Ager hin. Solche Mühlen waren auch der Grundstock für die später geschaffenen Großbetriebe Lenzing AG und Eternitwerke.

Napoleon und die Ager

In der Papiermühle in der Au (Pettighofen) soll laut Aufzeichnung der Besitzerfamilie sogar Napoleon vorbeigekommen sein. Jedenfalls verdanken es die Bayern Napoleon, dass sich ihr Königreich bis an die Ager ausdehnen konnte. Von 1810 bis 1816 verlief die Grenze zwischen Bayern und Österreich mitten durch den Attersee und der Ager entlang bis nach Schwanenstadt, um dann Richtung Norden bis an die Donau zu schwenken.

Diese Grenzziehung hatte massive politische Auswirkungen auf unseren Bezirk. Graf Khevenhüller verkaufte die jetzt in Bayern liegenden Herrschaften Kogl und Frankenburg an Dr. Andreas Pausinger. Die Landgerichte Frankenmarkt und Vöcklabruck wurden geschaffen. Die evangelische Pfarrgemeinde Attersee wurde gegründet, lag doch das bisherige Zentrum Rutzenmoos in Österreich. Zwischen den bayerischen Orten Vöcklabruck und Attnang wurde eine Direktverbindung gebaut, da ja Regau, durch das die bisherige verbindende Reichsstraße führte, in Österreich lag. Einwohner der jetzt in Bayern liegenden Gemeinden kämpften auf Seite der Bayern und sogar im Russlandfeldzug Napoleons ließen sie ihr Leben.

1816 war dieses Intermezzo zu Ende, aber vieles, was in der Bayernzeit eingeführt wurde, blieb. Die Ager verlor wieder den Status eines Grenzflusses, und die Seewalchener und Schörflinger konnten ungehindert die Agerbrücke überschreiten. Manche behaupten ja augenzwinkernd, diese 6-jährige Trennung der beiden Orte hätte heute noch Nachwirkungen.

Weitere Details über die Ager, die Mühlen und die Geschichte des Attergaus im AtterWiki.

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