Gerichtslinde Attersee

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Gerichtslinde im Burggraben, Attersee
Die Gerichtslinde in Attersee ist ein Naturdenkmal.

ND-Nr.: 383

Inhaltsverzeichnis

Standort und Beschreibung

Die Atterseer Gerichtslinde befindet sich am ehemaligen Burggraben, nahe der Pfarrkirche Attersee. Zugang wahlweise über einen Steig von der Rückseite des katholischen Friedhofs durch den Burggraben oder über die Hofwies.

Da der Baum isoliert auf jener Anhöhe steht, konnte er sich ohne Behinderung entfalten und somit einen Stammumfang von 500 cm, einen Kronendurchmesser von 15 m und eine Höhe von etwa 30 m erreichen.

Der Burggraben geht auf die 885 erstmals urkundlich erwähnte Burg „Atarnhova“ zurück, die im Früh- und Hochmittelalter das weltliche Herrschaftszentrum des Attergaus bildete.


Die Linde als Gerichts- und Versammlungsort

Die Linde ist ein in politischer, sozialer und religiöser Hinsicht wichtiger Baum. Im Mittelalter bestand die Pflicht, Gerichtsverhandlungen und Besprechungen von öffentlichem Interesse unter freiem Himmel abzuhalten, meist tat man dies unter dem Schutz von Bäumen, wobei die Linde hierbei überwog (Lück, Heiner: Gerichtsstätten, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte. 2. Aufl. 2004, 9. Lfg., Sp. 174, zitiert nach: Laudert 1998.).

Unter dem Blätterdach der Linde wurden demnach Volksversammlungen und Gerichtstage, Feiern und Feste abgehalten, weil man glaubte, dass der Duft der Lindenblüten die Streithähne sanft, die Richter wohlwollend und die Feiernden fröhlich stimmen würde. Außerdem wurde der Linde eine große Schutzwirkung nachgesagt. Der Name der Jahrhunderte alten Atterseer Gerichtslinde geht wohl auf eine derartige Funktion zurück. Nicht immer jedoch haben solche Linden Grausamkeiten verhindert. Während der Bauernkriege 1625 mussten Bauern unter der Linde auf dem Haushamerfeld um ihr Leben würfeln (Frankenburger Würfelspiel).

Siehe auch

Literatur

  • siehe gesamte Quellenangabe zu den Naturdenkmalen beim Hauptartikel Naturdenkmale.
Naturdenkmale in der Region Attersee-Attergau
Edelkastanie Steinbach.jpg
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