Gasthof Rosenauer

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Der ehemalige Gasthof Rosenauer in der Hauptstraße in Seewalchen.

Der Gasthof Rosenauer, später „Haus des Fremdenverkehrs“ war bis 1975 ein Gasthaus in Seewalchen am Attersee.

Inhaltsverzeichnis

Hofwirtshaus

Das Hofwirtshaus in Seewalchen 51 (Hauptstraße 17) stand ursprünglich in engem Zusammenhang mit der Herrschaft Kammer. Vermutlich hatten die Untertanen dort ihrem Tavernenzwang nachzukommen, laut Grundbuch lautet die Bezeichnung „Tafern”.

Zum Haus gehörte neben der Gastwirtschaft, auch eine Metzgerei sowie landwirtschaftliche Flächen in beachtlichem Umfang.

1824 scheinen die Ehegatten Köstler als Eigentümer auf, später war Franz Hofmann (* 1850, † 1882, ein Bruder des Litzlberger Brauers Josef Hofmann) Wirtschaftsführer, 1885 wurde als Besitzer Josef Loibl genannt (dieser ist auch im bekannten Perathoner-Prospekt vom Attersee 1890 erwähnt) und 1904 gehörte das Objekt einem Mathias Leithner. Wie diese vielen Besitzerwechsel abliefen, müsste noch erforscht werden.

Rosenauer

Werbeeinschaltung in einem Wanderführer aus dem Jahr 1938

Nach Leithners Tod heiratete im Jahr 1907 die Witwe Anna Leitner (* 1866, † 1953) ihren Geschäftsführer Franz Rosenauer (* 1877, † 1930). Aus einer früheren Ehe Annas kam Ignaz Kaltenhauser, der im Jahre 1919 den Namen Rosenauer annahm.

Ignaz Rosenauer (* 1896, † 1966) führte mit seiner Gattin Karoline (* 1903, † 1987, geb. Köttl) den Betrieb. Häufig war das Gasthaus verpachtet, z. B. an Leopld Heininger, Franz Horna, der Fam. Wagner und zuletzt ab ca. 1955 an Josef Obermayer.

Ignaz Rosenauer hatte Mitte der 1950er Jahre auch den Flüchtlingen aus Siebenbürgen die ersten Grundstücke zur Verfügung gestellt, wo die nach ihm benannte Siedlung Rosenau entstand.

Haus des Fremdenverkehrs

Nachdem Rosenauer mit seinem letzten Pächter Obermayer über einen Verkauf nicht einig wurde, erwarb 1962 die Gemeinde Seewalchen die Liegenschaft. Ab Mai 1963 wurde der Gasthausbetrieb als „Haus des Fremdenverkehrs" geführt. Zum Wirtshaus gehörte auch ein Saal samt Bühne. Pächter waren unter anderem die Familien Pedevilla und die Fam. Huber.

Im Saal gastierte unter anderem die Seewalchner Theatergesellschaft, welche zuvor beim Stallinger (später Quelle-Agentur) untergebracht war. Es gab aber nur in einer Saison Aufführungen.

Im Saal fanden viele Veranstaltungen, wie Heimatabende (mit dem Seewalchner Trachtenverein), Bälle und Tanzveranstaltungen, Blasmusik-Konzerte, Tanzkurse und die legendären „5-Uhr-Tees“ statt.

Manche Bälle wurden in den beiden Gaststätten Rosenauer und im gegenüberliegenden Häupl durchgeführt.

LAWOG

Am 9. Februar 1975 gab es den letzten Ball im Haus des Fremdenverkehrs; vier Tage später, am Aschermittwoch darauf, wurde das Gebäude niedergerissen.

Die neue Wohnanlage der LAWOG wurde nördlich des Gasthauses errichtet. Der Bau dauerte rund ein Jahr, bereits im Herbst 1975 fanden Schlüsselübergabe und Eröffnung statt.

Quellen und Weblink