Friedrich Paulick

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Friedrich Paulick (* 1. August 1824; † 19. März 1904) war Hoftischlermeister und Villenbesitzer in Seewalchen am Attersee.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er wurde als Sohn eines Tischlermeisters in Wien geboren und erlernte, da sein Vater frühzeitig starb, bei seinem Stiefvater Franz Marini 1837 bis 1840 das Tischlerhandwerk.

Mit 16 Jahren machte er bereits die Meisterprüfung als Tischler, 1846 wurde er an der Akademie der Bildenden Künste des Professors August Sicard von Sicardsburg aufgenommen. Später arbeitete er als Zeichner im Atelier von Sicardsburg und Eduard van der Nüll. Er dürfte auch als Zeichenlehrer sehr gesucht gewesen sein.

1854 wurde Paulick Geschäftsführer der Wiener Tischlerei Altmann, die er 1861 pachtete. 1868 errichtete er eine eigene Großtischlerei in Wien-Erdberg. Er war hauptverantwortlich für die Innenausstattung fast aller großen Ringstraßenbauten wie Hofoper, Burgtheater, Universiät u.a. sowie für eine Reihe von Palais.

Zur Weltausstellung 1873 richtete er unter anderem auch den Hofpavillon ein, der ihm den Titel Hoftischlermeister und das „Goldene Verdienstkreuz“ einbrachte.

1876/1877 errichtete er in Seewalchen am Attersee die Villa Paulick.

Die Famile Paulick

Aus seiner Ehe mit Therese Paulick stammen die Kinder:

  • Friedrich (verheiratet mit Hedwig Brauner, siehe auch Villen in Steinbach)
  • Maria (verh. mit dem Burgschauspieler Jakob Schreiner) und
  • Emma (verh. in erster Ehe mit Paul Bacher und nach dessen Tod 1910 mit Richard Teschner)
  • Therese (verh. mit Hermann Flöge, dem Schwager von Ernst Klimt)

Hermann Flöge hatte drei Schwestern,

  • Helene, die Frau von Ernst Klimt
  • Emilie, die Gefährtin von Gustav Klimt
  • Pauline

Paulick und Seewalchen

Friedrich Paulick hat in den Jahren 1876 bis 1877 die berühmte Villa an der Promenade errichten lassen. Ab dieser Zeit bis zu seinem Tod 1904 hat er sich große Verdienste um die Gemeinde erworben. Er hat finanzielle Mittel für die Weg-Instandhaltung und Uferanschüttungen bei der Promenade bereit gestellt, er betätigte sich im Fremdenverkehr und ließ 1887 an Stelle eines baufälligen Bauernhauses (Nr. 54, Eschenhaus, Promenade 8) eine Villa ausschließlich für Sommerwohnungen erbauen. Weiters war er im Verschönerungsverein tätig. Für die Pfarrkirche ließ er drei Türen anfertigen, seine Gattin Therese ließ das sogenannte 'Engelfenster' auf der Evangeliumseite neben dem Hochaltar herstellen.

Friedrich Paulick wurde am 26. Jänner 1881 zum Ehrenbürger von Seewalchen ernannt.

Paulick starb wenige Monate vor seiner geplanten Erhebung in den Adelsstand.

Quellen

  • Gutachten des Bundesdenkmalamtes
  • Monika Oberhammer: Sommervillen im Salzkammergut, Salzburg 1983
  • Martina Glechner: Die Villa Paulick..., Magisterarbeit 1999, Universität Wien
  • Secession LXXXVIII: Broschüre „Inselräume“, 1988