Franz Sumereder

Aus Atterwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Franz Sumereder

Franz Sumereder stellte sein gesamtes Leben in den Dienst der Öffentlichkeit, der Gemeinde, der Pfarre, der Musik und des Dilettanten-Theaters.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Franz Sumereder wurde am 21. Dezember 1930 in Seewalchen geboren. Nach der Schule wurde er Zimmermann, Meister, und arbeitete unter anderem in Seewalchen und Schwanenstadt. Er wohnte am „Sandberg“, Atterseestraße 70, war verheiratet und hatte drei Söhne. Sumereder verstarb am 22. März 1996.

Der Kapellmeister

Sumereder war - wie es bei einer seiner zahlreichen Ehrungen in der Laudatio hieß - mit Leib und Seele Musiker.
Einmal erzählte er, dass er sich als junger Bursch gern in den Garten der Villa Paulick schlich und voller Begeisterung der für ihn weitgehend unbekannten Swingmusik, die aus dem „Saloon“ kam, lauschte. Die Amerikaner hatten ja 1945 die Villa okkupiert und sich dort gemütlich eingerichtet.

Franz Sumereder und die Marktmusikkapelle

Ein Jahr später begann er seine Musikerkarriere als Klarinettist.
Anfang der 1960er Jahre gab es Überlegungen, die Seewalchner Musikkapelle mit der Siebenbürger-Kapelle Rosenau zu „fusionieren“. Die Meinungen gingen quer durch die Kapelle und schließlich behielten nach heftiger Diskussion die Befürworter der Eigenständigkeit die Oberhand. Der Kapellmeister Hubert Hofer stellte seine Funktion zur Verfügung und Franz Sumereder erklärte sich bereit, die Musikkapelle zu übernehmen.
Diese Funktion hatte er bis 1994 inne. Die Zahl der Musiker stieg von 19 auf über 50, und die Kapelle konnte unter Sumereder große Erfolge feiern. In Wertungsspielen erreichte er mehrmals hintereinander einen „ersten Rang mit Auszeichnung“. Besonders wichtig war ihm die Ausbildung der Jungmusiker und er fungierte auch als Wertungsrichter im Rahmen des Blasmusikverbandes.
1978 führte er am letzten November-Wochenende erstmals ein Cäcilienkonzert auf. Mit einer anspruchsvollen Programmauswahl schuf er einen Fixpunkt im Seewalchner Kulturleben, der sich bis heute größter Beliebheit erfreut. Sumereder selbst war Dirigent und Sprecher der Konzertabende. Sein letztes Cäcilienkonzert leitete er im Herbst 1993.
In der Mettennacht 1972 wurde unter Franz Sumereder die Bauernmette von Anette Thoma in der Pfarrkirche aufgeführt. Daraus entstand die Idee, jährlich ein Adventsingen zu veranstalten. Neben Sumereder waren Rudolf Hemetsberger und Alfred Wimmer Gestalter dieser Veranstaltung. Im Dezember 1997 fand das letzte Adventsingen unter Hemetsberger und Wimmer statt.

Der Theatermann

Seine zweite große Leidenschaft war das Seewalchner Dilettanten Theater. Bereits in jungen Jahren trat er als Schauspieler auf und war ab 1957 in verschiedenen Funktionen tätig. 1960 wurde er Obmann-Stellvertreter unter Franz Kroiß und schließlich 1988 sein Nachfolger als Obmann.
Sumereder trat nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur in Erscheinung.

Öffentliche Ämter

Neben seinem breit gefächerten künstlerischen Engagement stellte er sich auch in verschiedenen Funktionen für die Öffentlichkeit zur Verfügung.
Von 1973 bis 1982 war er Obmann des Pfarrgemeinderates der röm.-kath. Pfarre Seewalchen.
Eine Reihe von Aufgaben erfüllte er auch in der Gemeinde.
1955 wurde er als Ersatzmitglied in den Gemeinderat gewählt, von 1961 bis 1967 war er dritter Vizebürgermeister. Danach folgte eine fast 20-jährigen Pause bis er wieder in den Gemeinderat gewählt wurde und von 1985 bis zu seinem Lebensende Mitglied des Gemeindevorstandes war.
Er engagierte sich auch im Schulausschuss und leitete 1993 den Arbeitskreis „Ortszentrum“ im Rahmen des Ortsentwicklungsprojektes.
Sein berufliches Wissen als Bausachverständiger konnte er in der Gemeinde als fachkundige Person beim Schulbau, bei der Restaurierung der Buchberger Kirche, beim Musikschulbau, beim Bauhofbau und zuletzt beim Umbau des Strandbades einbringen. Diese seine letzte Arbeit konnte er nicht mehr selbst vollenden. Drei Monate vor der Eröffnung verstarb er nach schwerer Krankheit.

Franz Sumereder erhält den Ehrenring der Gemeinde

Ehrungen

1980 Ehrenzeichen in Gold des OÖ Blasmusikverbandes
1983 Verdienstmedaille in Gold der Marktgemeinde Seewalchen
1987 Verdienstmedaille des Landes OÖ
1992 Träger des Verdienstkreuzes in Gold des OÖ Blasmusikverbandes
1993 Ehrenring der Marktgemeinde Seewalchen.

Quellen

  • Chronik der Marktgemeinde Seewalchen