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'''Felix Baumgartner''' war von 1946 bis 1981 Pfarrer in [[St. Georgen im Attergau]].
 
'''Felix Baumgartner''' war von 1946 bis 1981 Pfarrer in [[St. Georgen im Attergau]].

Version vom 8. September 2015, 19:37 Uhr

Felix Baumgartner

Felix Baumgartner war von 1946 bis 1981 Pfarrer in St. Georgen im Attergau.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Felix Baumgartner wurde in Utzenaich im Innviertel geboren. Am 29. Juni 1933 wurde er in Linz zum Priester geweiht. Nach Kaplanjahren in Windischgarsten, Frankenburg und Pfarrkirchen kam Felix Baumgartner 1939 unter Pfarrer Franz Xaver Blasl als Kaplan in die Pfarre St. Georgen im Attergau. Von 1946 bis 1981 war er Pfarrer. Bis 1999 verbrachte er seinen Ruhestand in St. Georgen. Schließlich kehrte er in seinen Heimatort Utzenaich im Innviertel zurück, wo er auch verstarb.

Seine Seelsorgearbeit in der NS-Zeit brachte in mehrmals in Gefängnisnähe. Die Arbeit mit Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg forderte wieder seinen engagierten Einsatz, befand sich doch mit dem Lager Thalham eine große Flüchtlingsstation mit über 500 Flüchtlingen in seiner Pfarre. Mit seinem Engagement für eine arme Flüchtlingsfamilie im Jahr 1955 wird er zum "Don Camillo von St. Georgen im Attergau".

Österreichs Don Camillo läutet Sturm

Bericht in "Bunte Illustrierte"

Als Pfarrer Felix Baumgartner im Herbst 1954 eine Wohnung für eine arme Flüchtlingsfamilie sucht und bis zum Winter keine findet, kommt es zum Eklat. Beim Sonntagsgottesdienst am 23. Jänner 1955 verkündet er von der Kanzel, dass er zu Mittag eine Viertelstunde die Glocken läuten lässt und dann die Glocken solange stumm bleiben bis für die Familie eine Wohnung gefunden wird. Auch die Orgel wird nicht mehr gespielt und die große Kirchentür bleibt versperrt. Für die wenigen Christen im Ort würde auch die Sakristeitür genügen.

Diese Aktion zeigte Wirkung, nach zwei Tagen konnte die Flüchtlingsfamilie aus einer Baracke in zwei leerstehende Gästezimmer des Gasthofes Seiringer (jetzt Attergauhof) übersiedeln.

Das Linzer Tagblatt berichtete am 29. Jänner 1955 über die Entschlossenheit des Pfarrers und seine unübliche Aktion. Ab dann ging die Geschichte wie ein Lauffeuer durch die österreichische und deutsche Presse. Journalisten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum tauchten in St. Georgen auf um Fotos zu schießen und Interviews zu bekommen. Der Pfarrer verweigerte. Die Bunte Illustrierte schrieb "Österreichs Don Camillo läutet Sturm" und der Stern schrieb "Der Pfarrer von St. Georgen hängt das Flüchtlingselend an die große Glocke". Sogar deutschsprachige Zeitungen in Brasilien und Chile berichteten.

Der in Paris lebende Dichter Frank Zwillinger[1], bekannt durch sein Drama "Galileo Galilei", verewigte den streitbaren Pfarrer im Werk "Der Streik Gottes".

Kapläne unter Pfarrer Baumgartner

  • 1946-1949 H. Reifeltshammer
  • 1949-1952 Josef Thöne
  • 1952-1958 J. Landerl
  • 1959-1961 H. Falthansl
  • 1961-1964 Karl Pilz
  • 1964-1967 Helmut Jobst
  • 1967-1971 Wilhem Thallinger
  • 1971-1981 Herbert Leitenmüller

Herbert Leitenmüller war es auch, der Pfarrer Felix Baumgartner bei der Umsetzung der Neuerungen des II. Vatikanischen Konzils unterstützte und 1981 auch die Nachfolge als Pfarrer von St. Georgen antrat.

Literaturnachweis

  1. Frank Zwillinger in der Wikipedia

Quellen

  • Pachler Helmut, 900 Jahre Kirche und Pfarre St. Georgen im Attergau, Eigenverlag 2014
  • Don Camillo von St. Georgen - Eine Dokumentation, Herausgeber "Gmoa Rumpelhausen"