Die Sage von der Pest im Attergau

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Als vor vielen Jahren die Pest im Lande wütete, fielen ihr in den Dörfern um den Attersee so viele Menschen zum Opfer, dass in der weiten Gegend nur zwei am Leben blieben, ein Bauernsohn aus Fasching, Gemeinde Unterach am Attersee, und eine Bauerstochter aus Weyregg am Attersee.

Der Einsamkeit müde, sah nun jedes von beiden einmal über den See und suchte nach einem menschlichen Wesen. Der Rauch, der aus dem bewohnten Haus in Weyregg aufstieg, verriet dem Bauern, dass in jenem Dorf noch jemand am Leben sei. Voll Freude darüber sprang er in den Kahn und fuhr über den See. Die Bauerstochter hatte gleichzeitig den Rauch über Fasching emporsteigen sehen, und auch sie ruderte flink über den See. In der Mitte des Wassers kamen beide zusammen. Der Bauernbursche nahm das Mädchen zur Frau und sie wurden die Stammeltern der jetzigen Bewohner im Attergau.

In der Chronik von Unterach geht diese Sage noch weiter:

Der Faschinger und die Weyreggerin mussten nun alle Toten begraben. Die Stelle, wo dies angeblich geschah, heißt heute noch das „Ellend“. Das kam daher: Die Arbeit des Begrabens war so schrecklich, dass der eine ausrief: „Ist das ein Elend!“ Davon hätte nun dieser Teil Unterachs der Sage nach seinen Namen bekommen.


Diese Sage wird auch in Nußdorf erzählt:

In dieser Version ist es aber kein Bauernsohn aus Fasching, sondern ein „Männlein aus Nußdorf“.

Quellen

  • Hans Dickinger: Geschichte von Schörfling, Marktgemeinde Schörfling am Attersee, 1988
  • Franz Pölzleithner, Alfred Mück: Unterach am Attersee, Gemeinde Unterach, 1990