Attergau

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Inhaltsverzeichnis

Baiern und Karolinger

Mit der Einwanderung der Baiern ab dem 6. Jh taucht erstmalig der Begriff Attergau auf:

  • Im April 773 schenkten ein Albikus und sein Sohn aus Steindorf (Steindorf sitas in pago Atargauue) ihren Besitz an das Kloster Mondsee.
  • St. Georgen wird im Jahr 790 erstmalig als locus Atergao erwähnt.

Ob der Attergau ein eigenes Verwaltungsgebiet war, oder ein Teil des Mattiggaues (mit Mattighofen) war, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.
Im Jahr 788 ging das bayrischen Herzogsgutes an die Karolinger über. Mittelpunkt dieses Attergaues war nun Atterhofen (heute Attersee a. A.), wo ein karolingischer Königshof existierte. 977 bezeichnet König Otto II den Atterhof als ihm gehörig. 1007 schenkte Könnig Heinrich IV den Attergau mit dem Atterhof an das neugegründete Bistum Bamberg. Die Anwesenheit der Bischöfe vom Bamberg im Attergau ist bis in späte 13. Jh. bezeugt.
Im Jahr 1264 wurde die Hofmark von Atterhofen eine Stunde landeinwärts zur Kirche des hl. Georg nach Attergaudorf (heute St. Georgen) verlegt. Neben Bamberg hatte auch das Erzbistum Salzburg Besitz im Attergau, darunter Piesdorf und 12 Fischereirechte bei Poumgartin. Weitern Besitz im Attergau hatten die Klöster Seitenstetten, Kremsmünster, Asbach, St. Peter (Sbg.), Reichersberg, St. Florian, Michaelbeuern, Lambach und natürlich Mondsee.

Geistliche Grundherren und Vögte

Zunehmend gewannen die Vögte, das waren die Beamten, die als Stellvertreter der kirchlichen Würdenträgern diese bei weltlichen Gerichten und Verwaltung vertraten, an Macht.
Im 11. Jahrhundert tauchten die Adelsgeschlechter der Herren von Wasen (die sich auch Herren vom Attergau nannten), später die Peilsteinern und andere Geschlechter auf.
Schließlich waren ab 1264 die Schaunberger die Grafen im Attergau. Sie waren Vögte des Bistums Bamberg und ab 1260 auch Herren von Kammer. Dort errichteten sie den Mittelpunkt ihres Herrschaftsbereiches über den Attergau. 1379 kaufte der Habsburger-Herzog Albrecht III den Bambergern den gesamten Besitz im Attergau mit den Mittelpunkten Attersee und Frankenburg ab, was in der Folge das Ende der Schaunberger-Herrschaft bedeutete. Finanzielle Gründe waren ausschlaggebend, dass der Kaiser 1581 die Attergauer Herrschaften Kammer, Kogl und Frankenburg an die Khevenhüller verkaufte. Der Attergau war nun das Gebiet der Herrschaften (Grafschaften) Attersee (Kogl), Frankenburg und Kammer.

Grenzen

  • Eine erste Beschreibung der Grenzen des Attergaus stammt aus dem Jahr 1462.
  • Eine weitere Beschreibung finden wir bei Franz X. Pritz (1846)

Demnach lagen die Grenzen für den Attergau (auszugsweise):
...westlich die Wangau bei Mondsee,
die Sprenzel im Landgerichte Frankenmarkt,
der Krennwald bei Friedberg,
der Kobernaußerwald,
nordwestlich: der Hausruck,
nördlich ein Theil des Traungaus (Weibern, Haag).
„Zum Attergau gehörten noch die Landgerichte Kammer und Wartenburg (einschließlich Vöcklabruck und Attnang)....
Südlich machte die Gränze die Gegend um Unterach, die beiden Weißenbäche,
im Osten die Orte Schörfling, Steinbach und Mose (=Rutzenmoos)“

Der Attergau heute

Der Attergau als verwaltungstechnisch oder geographisch genaues Gebiet ist nicht möglich. Heute werden als Attergau die Gemeinden Berg, St. Georgen, Straß und Weißenkirchen i. A., dazu die 7 Atterseegemeinden: Seewalchen, Schörfling, Weyregg, Steinbach, Unterach, Nussdorf und Attersee a. A. sowie die Gemeinde Aurach bezeichnet.
Gelegentlich wird zwischen den Seegemeinden (Region Attersee) und den Gemeinden um St. Georgen (Region Attergau) unterschieden.

Quellen und Links

Heimatverein Attergau Fremendververkrg


A. Zauner, Vöcklabruck und der Attergau, 1971; F. Leitner (Hg.);
Helmut Pachler: Das Bistum Bamberg und der Attergau, Eigenverlag, 2007