Seehof Litzlberg

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Seehof Litzlberg

Aus der Brauerei Litzlberg entstand nach der Schließung das Gasthaus und die Pension Seehof. Heute erinnert nur mehr die „Seehofstraße“ an die alten Zeiten.

1928 kam die Brauhauskonzession der Litzlberger Traditionsbrauerei an die Brauerei Zipf. In Litzlberg wurde das letzte Gebräu am 5.Jänner 1930 hergestellt. Der Braugasthaus, der „Seehof”, wie er nun genannt wurde, blieb aber vorerst weiter bestehen.
1927 wurde der Landungssteg Litzlberg gebaut, der dazu notwendige Seezugang kam von der Bräuin. Der Steg wurde noch bis 2002 angefahren.
1927 erfolgte die Modernisierung des Brauhauses. Nach dem Tod der „Bräuin” Franziska Öhlinger wurde aber der Besitz unter den Erben aufgeteilt, ein großer Teil, darunter auch die Brauereigebäude, wurde der Familie Eichmann verkauft, die an der Ostseite der Bräugründe ihre Villa errichten ließ.

In einem Prospekt des Seehofes aus den 1930er Jahren wurde vor allem der ideale Badestrand und nicht zuletzt die glückliche Vereinigung von Naturverbundenheit mit kultiviertem Wohnen im Salzkammergut gepriesen.

Prospekt aus den 1930er Jahren

Die Zimmer mit bis zu 70 Betten beherbergten Gäste aus Wien oder Linz. Über einen Vorplatz gelangte man zum See, der Badeplatz wurde nur von den Gästen benützt.
In einem Werbeprospekt wurde auf die „ideale Lage mit der unvergleichlichen Fernsicht“ und auf die Sportmöglichkeiten hingewiesen. Erwähnt wurde auch das elektrische Licht, die gedeckte Veranda, die Garage sowie die vorzügliche Küche bei bürgerlichen Preisen. Die Seehof-Kapelle – sie besteht heute noch - findet man auf zwei Bildern von Gustav Klimt.
Der Seehof war meist verpachtet, bekannt sind die Pächter: Josefine Klamminger-Tschurtschenthaler und von 1938-1950 Georg und Katharina Muhr. Danach kam ein Pächter, der es nur 2 Jahre aushielt.
1943 wurde der Seehof wie auch die Gaststätte Josef Häupl und der Amthof als Kinderlandverschickungslager eingerichtet. Es kamen Kinder aus den deutschen Städten zur Erholung.

Die Tochter der Familie Muhr, Olga Madreiter, erinnert sich gerne an die schönen Jahre ihrer Kindheit am Attersee. An das große Wohnhaus, das etwas östlich gelegene „Stöckl“ mit Terrasse – ein Zuhaus – sowie an die Stallungen und an die Keller. Hier befanden sich noch die großen Fässer der ehemaligen Brauerei, Lagerräume, der Eiskeller und eine aufgelassene Kegelbahn. Das Eis wurde vom See – gelegentlich von einem Eisteich - geschnitten. Eine mühsame Arbeit, an der meist mehrere Leute beteiligt waren. Das Eis ging dann über eine Rutsche an der Nordseite des Bräus in den tiefen Keller, blieb normalerweise bis in den Herbst gefroren. Zum Haus gehörte auch eine Maierei, die von der „Moarin“, einer Frau Steinbrecher, geführt wurde. So betrieb die Familie Muhr auch noch die Landwirtschaft, damals ein wichtiger Einnahme-Posten für den Pächter. Das Haus war ganzjährig geöffnet, aber richtig genützt wurde der Seehof in den Sommeronaten. Schon damals war die Sommersaison zu kurz, um als Gastwirt lebensfähig zu bleiben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gaststätte „Seehof” aufgelassen, die Gebäude zum Teil abgetragen, die Grundstücke verkauft.
Im Gemeinderat wurde die Forderung laut, die einmalige Chance zu nützen und den Seehof zu kaufen. Der Bürgermeister teilte nach einer Aussprache mit dem Notar mit, dass der Seehof mit rund 4000 m² um S 400.000,-- abverkauft werden solle. Ein Betrag, der nicht aufzubringen war. So beschloss der Gemeinderat, eine Deputation solle bei der Landesregierung intervenieren.
Schließlich kam es zu einer „kleinen Lösung“: im Jahr 1958 wurde auf einem rund 2400 m² großen Gemeindegrund östlich des Seehofes das Seebad Litzlberg eröffnet. Diese Wiese war der Beginn eines kleinen Bades, aus der sich in den 1970er Jahren die große Freibadenanlage des Landes entwickelte.

Quellen

(zusammengestellt von Johann Rauchenzauner)