Schaunberger

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Die Grafen Ulrich u.Heinrich von Schaunberg auf der „Nixenstele“ in Kammerl (Aussschnitt).
Stele von Prof. Max Stockenhuber, errichtet 1985.

Die Grafen von Schaunberg waren im 13. und 14. Jahrhundert die Herren im Attergau.

Das Geschlecht stammte von den Herren von Julbach ab und erhielt von Kaiser Friedrich Barbarossa im 12. Jahrhundert die Maut an der Donau bei Aschach. Dies war ein einträgliches Geschäft und um 1160 errichtete Heinrich I. („Heinricus de Scovenberch“) in der Nähe von Aschach die „Schaunburg“.

Inhaltsverzeichnis

Die Schaunberger im Attergau

Heinrich II. von Schaunberg heiratete 1229 Heilwig von Plain. Sie brachte den Attergau in die Ehe mit. Die Plainer waren Vögte in weiten Teilen des Attergaus. Mit dem Aussterben der Plainer 1249 wurden die Schaunberger Vögte im Atterseegebiet. 1260 begannen sie mit dem Ausbau von Kammer als Herrschaftszentrum.

1264 waren die Schaunberger auch Vögte des Bistums Bamberg im westlichen Attergau. Sie verlegten im gleichen Jahr den Sitz der Vogtei von Atarhofen (= Attersee) nach Attergaudorf (= St. Georgen i. A.). In Attergaudorf gab es nämlich im Gegensatz zu Atarhofen einen gemauerten Turm, der als Fluchtstätte dienen konnte.

Wegen finanzieller Schwierigkeiten verpfändete der Bischof von Bamberg 1290 die weit entfernten Teile seines Besitzes. So nahmen die Schaunberger 1290 die Vogteirechte der Feste Frankenburg als Pfand und die Herrschaft Frankenburg wurde mit der von Attersee vereinigt. 1359 bekamen sie auch für 12 Jahre die Pfandrechte über den Attersee. Die Schaunberger war nun die Herren im gesamten Attergau.

Das „Schaunberger Landl”

Mit ihren Besitzschwerpunkten Schaunburg, Julbach und Kammer besaßen sie nun ein geschlossenes Gebiet zwischen Bayern und Österreich. Sie nannten sich ab 1316 „Graf“ und ihr Territorium „terra nostra“ (= unser Land). Sie hatten ein eigenes Landrecht und eine Sonderstellung im Herzogtum Österreich.

Dieses Gebiet mit 22 Besitzungen – im Wesentlichen das heutige Hausruckviertel - zwischen Sauwald, Donau, Traun und dem Attergau wurde auch „Schaunberger Landl“ oder „Landl“ genannt. Die Bezeichnung „Landl“ war bis ins 18. Jahrhundert üblich.

Die Schaunberger Fehde

Die Schaunberger rühmten sich bester Beziehungen zum Wiener Hof. Sie waren Berater Herzog Albrechts II (1330-1358).

Im Krieg gegen Bayern um das Herzogtum Tirol standen sie auf österreichischer Seite. Graf Ulrich wurde 1369 sogar Landeshauptmann, dennoch schloss er mit den bayrischen Herzögen ein Geheimbündnis.

Von Anfang an wollten die Schaunberger nicht den Habsburgern unterstehen und Heinrich VII., der Nachfolger Ulrichs spielte sich als Alleinherrscher auf und arbeitete auf eine territoriale Unabhängigkeit des Landls hin.

1379 kauften die Habsburger von Bamberg die Herrschaften Frankenburg und Attersee, obwohl die Schaunberger ein Vorkaufsrecht hatten. Dies führte zur sogenannten „Schaunberger Fehde“.

Die Vasallen Heinrichs im Attergau waren den Versprechungen der Habsburger erlegen und fielen von den Schaunbergern ab. Dies dürfte nicht schwer gewesen sein. Die Schaunberger waren, so berichten die Chronisten, furchtbare Bedrücker ihrer Untertanen. Ulrich wurde als „großer Leutschinder” und Heinrich als „der größte Tyrann seiner Zeit” beschrieben.

1379 marschierten die Soldaten des Herzogs in Kammer ein. Es war zu keinen großen Kampfhandlungen gekommen.

1380 beschloss Herzog Albrecht III. von Österreich, dem Streben der Schaunberger nach einem unabhängigen Land ein endgültiges Ende zu setzen. Er besetzte alle Schaunberger-Donauburgen und die Stadt Eferding; die Burg Schaunberg belagerte er allerdings vergeblich.

Heinrich rief das Schiedssgericht der Reichsfürsten an. Die Schaunberger verloren. Das Gericht sprach die Lehensabhängigkeit aus, damit war die Reichsunmittelbarkeit verloren. Attersee und Frankenburg wurde den Habsburgern zugesprochen. Kammer verblieb zwar den Schaunbergern, aber Heinrich verkaufte die Herrschaft am 13. Oktober 1383 den Habsburgern.

Das „Schaunberger Landl” verschwand von der Landkarte. Durch diese Fehde büßten die Schaunberger ihre Sonderstellung ein und wurden zu einem Hochadelsgeschlecht wie alle anderen in Österreich auch, allerdings zu einem der reichsten. Von 1396 bis 1417 hatten sie die gesamte Grafschaft als Lehen des deutschen Königs. Im Laufe des 15. Jahrhunderts büßten sie dann auch ihre gerichtliche Sonderstellung ein.

Die Familie erlosch mit Graf Wolfgang, der am 12. Juni 1559 starb. Das reiche Erbe traten nach langen Verhandlungen die Starhemberger an.

Schaunberger-Grafen im Attergau

  • Heinrich II. (+ 1281 ?)
  • Heinrich III. (+ 1318)
  • Heinrich V. (+ 1351)
  • Ulrich I (+ 1373)
  • Heinrich VII. (+ 1390)

Quellen und Links

  • Oberösterreich-Chronik, 1992 und zahlreiche Neuausgaben
  • Hans Dickinger: Geschichte von Schörfling, Marktgemeinde Schörfling am Attersee, 1988