Schörfling am Attersee

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Schörfling am Attersee
SchörflingSchlossKammer.jpg
Lage Wappen
MiniMapSchörfling.png
WappenSchörfling.jpg
Lage auf DORIS-Karte Gemeinde-Website
Gemeindedaten
Bezirk: Vöcklabruck (VB)
Bezirksgericht: Vöcklabruck
Katastralgemeinden: Fantaberg, Kammer
Fläche: 23,3 km2
Einwohner: 3425 (2017)
Höhe: 512 m
Vorwahl: +437662
Postleitzahl: 4861
Koordinaten: 47° 56′ 50″ N, 13° 36′ 2″ O
Gemeindekennziffer: 41737
Amtliche Adresse: Marktplatz 32
4861 Schörfling a. A.
Bürgermeister: Gerhard Gründl (SPÖ)
Weitere statistische Daten

Schörfling am Attersee ist eine Marktgemeinde am nördlichen Ende des Attersees.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Schörfling am Attersee liegt auf 512 m Höhe.
Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7,68 km, von West nach Ost 5,86 km.
Einige Höhenangaben:

  • Trattberg: 702m, Häfelberg: 715 m, Sulzberg: 624 m
  • Alpenberg: („Almberg“) 973 m (höchster Punkt)
  • Ager: ca. 465 m (tiefster Punkt)
  • Attersee: 469 m, Agerbrücke: 472 m.

Ortschaften

Ortschaften der Marktgemeinde Schörfling
WappenSchörfling.jpg
Fantaberg | Kammer | Marktwald | Moos | Niederham | Oberhehenfeld | Schörfling | Steinbach | Sulzberg | Wörzing
Die Marktgemeinde Schörfling a. A. mit den Katastralgemeinden Kammer und Fantaberg.

Nachbargemeinden

An die Marktgemeinde Schörfling grenzen die Gemeinden Seewalchen am Attersee, Weyregg am Attersee, Aurach am Hongar und Lenzing.

Geschichte

Die ersten Siedlungen am Attersee waren Pfahlbauten. Sie sind nach neueren Erkenntnissen um 3500 v. Chr. entstanden. Die Pfahlbausammlung aus dem Schloss Kammer befindet sich heute im OÖ. Landesmuseum in Linz.

Nachdem die Römer 15 v. Chr. auch in unser Gebiet kamen, erbauten sich vornehme Römer Villen am Attersee. Die Sage von der Flavia berichtet auch von einem Edelsitz an der Stelle des heutigen Schlosses Kammer. Eine 1929 in Kammer gefundene Osirisstatue befindet sich im Stadtmuseum Wels.

Im 6. Jh. n. Chr. kamen die Baiern in unser Gebiet, das in der Folgezeit zum baierischen Stammesherzogtums gehörte. Einem Bayern verdankt Schörfling auch seinen Namen. Im Laufe des 7. Jahrhunderts breitete sich das Christentum aus. Um die christliche Religion zu festigen, stiftete Herzog Odilo das Kloster Mondsee im Jahre 748. Im Tradionsbuch dieses Klosters findet sich eine Urkunde, in der wurde Schörfling als sceroluinigen erstmals im Jahre 803 erwähnt.

Die Entwicklung der Herrschaft Kammer und des Landgerichtes Kammer vollzieht sich langsam, vieles bleibt im Dunkeln. Waren am Anfang die Gaugrafen königliche Beamte, kamen die Gebiete an verschiedene Grafen, die zunehmend an Macht gewannen. Am Anfang des 13. Jh. kamen die Schaunberger durch Heirat in den Attergau. 1260 werden sie als Herren der Seefeste Kammer, die sie zum Mittelpunkt ihrer Herrschaft ausbauten, genannt. 1383 kam die Herrschaft an die Habsburger und schließlich 1581 an die Khevenhüller.

Die Kirche von Schörfling kam als „Eigenkirche“ in schaunbergischen Besitz. Im Jahre 1260 wird zum ersten Mal ein Pfarrer namens Konrad von Schörfling erwähnt. Da die Verehrung des hl. Gallus aber schon im 10. oder 11. Jahrhundert weit verbreitet war, dürfte der Ursprung der Kirche auf diese Zeit zurückgehen. Das Kirchenlehen von Schörfling gehörte dann den jeweiligen Herren von Kammer. Um 1190 bestand in Schörfling bereits eine Holzkirche, gegen Ende des 15. Jh. begann man mit dem heutigen Bau. Im Jahr 1515 wurde die Kirche geweiht.

Schörfling wurde 1499 zum Markt erhoben. Neben den Marktrechten erhielt Schörfling bedeutende Rechte bezüglich des Schiffbaus und des Schiffverkehrs an See und Ager. Die Zunft der Flößer und Zimmerleute hatte in Schörfling ihren Sitz.

Mit der wirtschaftlichen Bedeutung stieg auch die Einwohnerzahl. Die Not der Bauern im 16 Jh. war eine der Ursachen, dass sich ein Großteil der Bevölkerung der Reformationsbewegung Martin Luthers anschloss. Jedoch musste die Gemeinde im Zuge der Gegenreformation zu ihrem alten Bekenntnis zurückkehren. 1638 wurde die Lorettokapelle erbaut und Schörfling wurde Wallfahrtsort. Mitte des 18. Jh. erlebten diese Wallfahrten einen Höhepunkt, was sich auch wirtschaflich niederschlug.

Es gab aber auch schwere Zeiten. Der Bau der Pferdeeisenbahn von Gmunden nach Linz führte zu einer Stagnation des Markteinkommens und ein verherrender Brand 1787 vernichtete mehr als 1/3 der Häuser in Schörfling.

Bei der Gründung der Ortsgemeinde 1850 hatte die Schörfling eine Fläche von rund 18,7 km². Mit der Auflösung der Gemeinde Oberachmann im Jahr 1939 kam ein beachtlicher Gebietszuwachs, gleichzeitig wurde die Raudaschlmühle – ein wichtiger Wirtschaftsfaktor - an die neue Gemeinde Lenzing abgegeben. Die Fläche beträgt nun rund 23,3 km².

1800 kam der französische General Lecourbe nach Schörfling. 1806 wurden 200 französische Soldaten, die in dem zu einem Militärhospital umgebauten Schloss Kammer gestorben waren, in der sogenannten Franzosengrube begraben.

Ab 1869 kam der Fremdenverkehr an das Nordende des Attersees. Die Attersee-Dampfschiff-Fahrt wurde gegründet, das Hotel Kammer und mehrere Villen errichtet und 1882 mit dem Bau der Bahn fand der nördliche Attergau Anschluss an das österrereichische Verkehrsnetz. Das Zeitalter des Tourismus erlebte vor allem nach dem zweiten Weltkrieg einen großen Höhepunkt.

Wappen

WappenSchörfling.jpg

Verleihung des Marktwappens am 14. Dezember 1567 durch Kaiser Maximilian II.
Der Original-Wappenbrief ist nicht mehr vorhanden, der Text im Konzept dazu erhalten.
Der Turm verweist auf Schloss Kammer, die Wellen versinnbildlichen die Lage am See. Der rot-weiß-rote Bindenschild kennzeichnet die Herrschaft Kammer als landesfürstlichen Besitz (1386-1581).

Politik und Verwaltung

Rathaus von Schörfling am Attersee

Gemeindeorgane

Im Gemeindevorstand sind 7 Mitglieder vertreten:
Bgm. Gerhard Gründl; Vbg. Ing. Gabriela Rathje, Christa Stocker (alle SPÖ);
Vbg. Margit Spitzer, Dipl. Ing (FH) Johannes Nagl (alle ÖVP);
Mag. pharm Gerhard Kaniak (FPÖ) und
Daniel Feichtinger (Grüne).

Parteien

Im Gemeinderat der Marktgemeinde Schörfling ist die SPÖ mit 10 Gemeinderäten, die ÖVP mit 7 Gemeinderäten, die FPÖ mit 5 Mandaten und die Grünen mit 3 Mandaten vertreten.

Partnerschaften

Im Jahr 1987 ging die Marktgemeinde Schörfling a. A. mit der hessischen Kleinstadt Wanfried ein. Wanfried liegt im Osten des Werra-Meißner-Kreises an der Landesregierung zu Thüringen. Die "Fachwerk-Kleinstadt" hat rund 4500 Einwohner.

Verkehr und Versorgung

Straßen

Autobahn:

  • A 1 (Westautobahn) Wien – Salzburg. Halb-Anschlussstelle Exit 233: Schörfling

Bundesstraßen:

  • B 152 Seeleiten Straße von Seewalchen (B 151) über Steinbach nach Unterach (B 151).

Landesstraßen:

  • L 1265 Schörflinger Straße von Himmelreich (B 145) nach Schörfling (B 152)

Eisenbahn

Die Eisenbahnlinie Vöcklabruck-Kammer endet beim Bahnhof Kammer-Schörfling.

Kirche und Religion

Kunst und Kultur

Brauchtum

Museen

Brunnen beim Heimathaus in Schörfling
Das Flößerdenkmal in Schörfling erinnert beim Ausfluß des Attersees, oberhalb der Agerbrücke an den Umschlagplatz der Flößer und Schiffer

Kulturveranstaltungen

Tourismus und Wirtschaft

Hotels und Gastronomie

Unternehmen

Landwirtschaft

Sport und Freizeit

Jugend

Veranstaltungen

Vereine und Organisationen

Feuerwehren

Schule und Bildung

Bibliothek

Natur und Umwelt

Naturdenkmale

In Schörfling wurden noch keine Naturdenkmale unter Schutz gestellt.

Gesundheit und Soziales

Persönlichkeiten

Sehenswertes

Ortsmitte mit Brunnen in Schörfling
Autobahnverlauf östlich von Schörfling
Nordostausblick vom Pfarrhof in Schörfling

Architektur und Bauwerke

Webcams

Sonstiges

Bedeutung des Namens

Die erste Erwähnung von Schörfling findet sich im Mondseer Traditionscodex im Jahre 803. Hier wird von sceroluinigen berichtet, was soviel bedeutet wie die dem Skerolf Gehörigen oder Leute des Skerolf.
Das bajuwarische Schörfling wurde also von Skerolf gegründet. Dieser dürfte eine Edeling oder ein Mann mit großem Einfluss gewesen sein. Er nahm mit seinen Gefolgsleuten die Anhöhe am Nordende des Attersees in Besitz, vielleicht verdrängte er alteingesessene Kelto-Romanen oder ließ diese als Knechte für sich arbeiten.

Erwähnung in alten Urkunden

(nach Richard Reutner u.a.: Die Ortsnamen des Bezirkes Vöcklabruck, Verlag der Öst. Akademie der Wissenschaften, Wien 1997)

  • 803: Sceroluinigen (Kloster Mondsee)
  • 1130: Heribourt de Schierolfingen
  • 1291: Schirfling
  • 1455: Scherfling bei Kammer

Weblinks

Quellen

  • Hans Dickinger: Geschichte von Schörfling, Marktgemeinde Schörfling am Attersee, 1988
  • Friedrich Pisar: Der Bezirk Vöcklabruck - 1.und 2. Teil, Heimatbuchverein Vöcklabruck 1981, ISBN 3-85320-224-1
  • August Mayer u.a.: Schörfling – Die Urkunde 803, Festschrift des Vereins für Heimatpflege, 2003
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