Pfarrkirche Gampern

Aus Atterwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kirchgang in Gampern
Pfarrkirche Gampern

Die Pfarrkirche Gampern ist eine Kirche in der Gemeinde Gampern, die dem hl. Remigius geweiht ist und die vor allem durch ihren gotischen Flügelaltar überregionale Bedeutung hat.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Seit 1143 war Gampern als Filiale von Vöcklamarkt dem Collegiat-Stift Mattsee[1] inkorporiert, bis Gampern 1590 eine selbständige Pfarre mit eigenem Pfarrer wurde, aber nach wie vor dem Stift Mattsee unterstand. 1900 wurde die Pfarre vom Stift Mattsee getrennt, zu dem ab dieser Zeit nur noch ein Patronatsverhältnis bestand.

So wie die meisten Kirchenbauten in unserer Gegend stammt auch die Gamperner Kirche aus der Zeit der Spätgotik im 15.Jahrhundert. Die weithin bekannte Kirche ist das einzige Beispiel für einen original erhaltenen Flügelaltar in unserer Gegend.

Nachdem viele Kirchen schon in der Reformationszeit eines Teiles ihres gotischen Inventars beraubt worden waren (Bilderstürme), bekamen die meisten Kirchen im Zuge der Gegenreformation eine neue, dem nun herrschenden Geschmack angepasste barocke Inneneinrichtung.

Aus welchen Gründen immer die Gamperner Kirche nicht barockisiert wurde, bietet sie heute mit ihrem einzigartigen Flügelaltar ein gutes Beispiel für die Inneneinrichtung einer sehenswerten gotischen Landkirche. In der vermutlich von Stephan Wultinger erbauten Hallenkirche steht im Chor das Fertigstellungsdatum 1486, während das Langhaus zwischen 1490 und 1515 erbaut wurde.

Flügelaltar

Mittelschrein des Flügelaltars
Gamperner Hölle -Papst mit Tiara wird im Himmel begrüßt
Flügelaltar geschlossen
Die Gamperner Hölle - Teilbereich auf der Rückseite des Altars
Weihnachtsmarke 2015 mit Flügelaltar

Der Altar dürfte während der Bauzeit des Langhauses entstanden sein. Eine Inschrift-Tafel auf der Rückseite nennt die Jahreszahl 1507. Als Stifter des spätgotischen Wandelaltars ist der Passauer Domherr und spätere Dompropst Wilhelm IV. von Nothafft belegt, dessen Bildnis mit Wappen auf dem Tafelbild der Darstellung Christi im Tempel verewigt ist. Besonders die Bemalung der Rückseite im voll entwickelten Donauschule-Stil beweist das Kunstverständnis der Stifter.

Im Ganzen wird das Werk den frühen Bildhauerarbeiten der Astl-Schule (Leonard Astl) in Gmunden zugeschrieben. Bei den Passionstafeln kann eine Übereinstimmung mit Stichen von Michael Wolgemut, dem Lehrer von Dürer, und Martin Schongauer nachgewiesen werden.

Jeder Flügelaltar der Gotik führt dem Betrachter Heilsgeschichten vor Augen und machte so die Liturgie und den Ablauf des Kirchenjahres für das einfache Kirchenvolk, das weder lesen noch schreiben konnte, verständlich. Im Mittelpunkt steht die Muttergottes. Die Flügelreliefs künden die Botschaft von der Menschwerdung des Gottessohnes.

Bei geöffnetem Altar ist im Schrein die gekrönte Muttergottes als Himmelskönigin mit dem Jesuskind auf dem Arm, flankiert von Kirchenpatron Remigius und hl. Pantaleon zu sehen. Die Flügelreliefs zeigen aus dem Weihnachtsfestkreis Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Christi und Darstellung im Tempel.

Bei geschlossenem Altar sind Szenen der Passion - Ölberg, Ecce Homo, Kreuztragung und der Kreuzigung dargestellt. Auf den Standflügeln sind links die Heiligen Leonhard, Sebastian und Dionysius, rechts Christophorus, Pantaleon und Ursula zu sehen.

Im Gesprenge stehen in der Mitte der hl. Remigius, links der hl. Pantaleon, rechts der hl. Sebastian, außen die hl. Katharina und die hl. Barbara und ganz oben der Auferstandene, ihm zur Seite Maria und Johannes Evangelist.

Auf der Rückseite des Altars befindet sich die im Volksmund bekannte „Gamperner Hölle“. Eine beeindruckende Darstellung des „Jüngsten Gerichtes“ mit Christus als Weltenrichter. Auf der einen Seite lässt Petrus die Guten in den Himmel ein, auf der anderen Seite des Bildes rechts werfen Teufel die Verdammten in den Höllenrachen. Zu den Guten zählt offensichtlich auch der Papst, der mit der Tiara am Kopf, aber sonst nur mit einem Tanga bekleidet, im Himmel begrüßt wird. Umkämpft ist eine Dame mit Golddukaten, die die Teufel gerne in die Hölle ziehen wollen.

Film: 500 Jahre Pfarrkirche Gampern (1986)

Der Film aus dem Jahr 1986 zeigt die Festveranstaltung "500 Jahre Pfarrkirche Gampern" mit einem historischen Festzug.
Hinweis: Der Film wurde bewusst mit etwas schlechterer Qualität ins Internet gestellt.

Lage

Quellen

  • Pfarre Gampern, Flügelaltar in Gampern, Kunstverlag Hofstetter 2005
  • Hans Plötzeneder: Heimatbuch Gampern, Gemeinde Gampern 1993


Fußnote

  1. siehe Salzburwiki Stift Mattsee

Weblinks