Julius Arigi

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Die Grabstätte von J. Arigi

Julius Arigi (* 3. Oktober 1895 in Tetschen, Nordböhmen; † 1. August 1981 in Seewalchen am Attersee war im Ersten Weltkrieg ein hochdekorierter Feldpilot und lebte nach dem Zweiten Weltkrieg in Seewalchen am Attersee.

Leben

Julius Arigi wurde 1895 als Sohn einer sudetendeutschen Familie in der Nähe von Marienbad in Böhmen geboren. Er absolvierte eine Elektrikerlehre und arbeitete auch einige Monate als Kellner. Sein Höhenflug begann, als er 1912 in die österreichisch-ungarische Armee eintrat. Er diente kurz bei der Artillerie, bevor er sich im März 1914 zu den Luftstreitkräften versetzen ließ.

700 Frontflüge und 32 abgeschossene Maschinen später war er einer der erfolgreichsten Jagdflieger der Monarchie. Und einer der ganz wenigen Fliegerhelden, die diesen Krieg auch überlebten. Seine Brust zierten vier goldene und vier silberne Tapferkeitsmedaillen.

1916 griff Julius alleine sechs feindliche Flugzeuge an, von denen er eines in die Flucht schlug, drei zum Notlanden zwang und zwei überhaupt abschoss. Die „bessere Gesellschaft” nahm ihn dennoch nicht in ihre Reihen auf. Julius Arigi blieb immer ein Offiziersanwärter, sein „Jugendfehler”, das Kellnerdasein, wurde ihm nicht verziehen.

Nach dem Krieg half er beim Aufbau der zivilen tschechischen Fliegerei mit. Er heiratete 1930 seine Franziska aus Marienbad. 1934 erfolgte eine Umsiedelung nach Österreich, Herr Arigi war aber weiterhin im Flugwesen tätig. Während der national-sozialistischen Herrschaft war er Ausbildner auf dem Fliegerhorst Schwechat in der deutschen Luftwaffe.

Nach 1945 zog sich Julius Arigi ins Privatleben zurück. Er starb am 1. August 1981 in Seewalchen am Attersee im Alter von 85 Jahren.

Seine Orden und Auszeichnungen befinden sich im Besitz der Familie. Viele zeitgeschichtliche Dokumente über diesen „vergessenen Helden Österreichs” besitzt die Familie leider nicht mehr. Ein großes Kapitel über Julius Arigi findet sich in der Ortsgeschichte von Hennersdorf in Niederösterreich, wo er österreichische Jagdflugzeuge einflog. Man erzählt sich, dass er immer wieder Kinder und Jugendliche auf seinen Flügen mitgenommen habe.

Wie Julius Arigi dem König von Montenegro das Auto stahl
Es war 1915 auf dem Balkan, als Arigis Flugzeug nicht mehr fliegen wollte, er es notlanden musste und prompt gefangen genommen wurde. Da kam ihm ein Auto, das da in der Kasernengarage von Podgorica stand, als Fluchthilfe gerade recht. Wundersamerweise konnte der tollkühne Pilot damit durch alle Sperren fahren, ohne von einer Wache gestoppt zu werden. Kein Wunder, Julius hatte das Auto des montenegrinischen Königs Nikita gestohlen!

Grabstätte von Julius Arigi in Seewalchen

Das Grabmal befindet sich im unteren Teil des Friedhofs von Seewalchen am Attersee. Die Grabstätte „ziert” ein Propeller eines Flugzeugs, das im Zweiten Weltkrieg in der Nähe von Steyr abgeschossen wurde. Der Flügel stand lange Zeit vor dem Haus der Familie Arigi, die Aufstellung des Propellers am Grab entsprach dem Wunsch des Verstorbenen. Die Grabaufschrift lautet:

Julius / Arigi / Hauptmann a. D. / 3. 10. 1895 – 1. 8. 1981 / Feldpilot

Quelle

  • Helga Kern, Franz Roither: Kleindenkmäler in Seewalchen am Attersee, Eigenverlag 2006/2009

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