Ida Horváth-Khevenhüller

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Ida Horváth Gräfin von Khevenhüller (* 21.3.1843, † 8.4.1912), Ida Elisabeth Maria Philomena von Khevenhüller.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Sie war die einzige Tochter von Hugo Anton Khevenhüller und seiner Frau, der Reichsfreiin Josephine von Brenner-Felsach.
Im November 1864 heiratete sie ihren Vetter August Horváth von Szent György.
Sie hatten 2 Kinder: Anton und Josefine.

Fremdenverkehr

Nach der Auflösung der Grundherrschaften mussten die Khevenhüllers neue Einnahmen erschließen und Ida und August setzten voll auf den Fremdenverkehr.

  • 1869 gründeten sie die I. Concessionirte-Atterseedampfschiffahrtsgesellschaft und das erste Schiff, namens „Ida“ nahm seinen Betrieb auf. Bereits im ersten Jahr wurden 12.500 Personen befördert. Ein Jahr später wurde der Postbetrieb für die Seegemeinden über die Attersee-Schiff-Fahrt durchgeführt.
  • Aus der ehemaligen Brauerei ließen sie ab 1870 das Hotel Kammer errichten. Daneben bauten sie noch vier Villen für Sommergäste. In einem dieser Häuser, der Villa Oleander verbrachten Gustav Klimt und Emilie Flöge von 1908 bis 1912 ihre Sommer.
  • 1882 folgte mit dem Bau der Bahnlinie nach Kammer eine weitere wirtschaftliche Initiative.

Horváth gründete 1872 die Feuerwehr in Schörfling und zwei Jahre später die Kammerer Feuerwehr.
Alle Bemühungen über den Fremdenverkehr Kammer aus den Schulden zu führen, waren wenig erfolgreich. Alle Hoffnungen ruhten schließlich auf dem Sohn Anton, der sich aber 1889 beim Brand der Brauerei Litzlberg verletzte und daran nach wenigen Tagen starb. Er stand kurz vor der Hochzeit, und die Mitgift der Braut – so hieß es – hätte Kammer aus den Schulden geführt.

Der Niedergang

  • 1889 wurde der zu Kammer gehörige Freisitz Weyregg verkauft und ging ein Jahr darauf an die Grafen Überacker.
  • 1889 kam die Attersee-Schiff-Fahrt an Ferdinando Perathoner.
  • 1890 kaufte das Stift Schlägt 1500 Joch Wald.
  • 1902 Versteigerung verschiedener Einrichtungsgegenstände und der Tiere des Meierhofes.
  • 1903 Versteigerung von Gutsherrschaft und Schloss Kammer. Der Besitz ging an die Landeshypothekenanstalt.

Die letzten Jahre

Das Ehepaar zog zu Verwandten nach Wien. Ida starb 1912, ihr Mann August ein Jahr später.
Gräfin Ida, so hieß es, war in Schörfling sehr beliebt, was man von ihrem Mann, dem „Ungarn“ nicht behaupten konnte.
Beide ließen sich beim Pfarrkircheneingang in Schörfling bestatten.
Ihre Tochter Josefine Horváth lebte in bescheidenen Verhältnissen bei der Familie ihrer früheren Gesellschafterin in Schörfling. Mit Klavierunterricht verdiente sie ein wenig Geld. Zuletzt erblindet starb sie unbeachtet 1939.

Quelle

  • Hans Dickinger: Geschichte von Schörfling, Marktgemeinde Schörfling am Attersee, 1988