Hotel Burgau

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Alter Prospekt des Hotels Burgau

Das Hotel in Burgau gehörte zu den renommiertesten Häusern am Attersee.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das “Förstergütl“ Burgau wurde 1521 erbaut und gehörte ursprünglich zum Erzbistum Salzburg.

Wann das Förstergütl in den Besitz der Familie Loidl kam, ist nicht bekannt. Der Familie Loidl gehörte einst der gesamte Ort Burgau inklusive 130 ha Waldbesitz mit Eigenjagd, Fischerei, Landwirtschaft und Sägewerk.

Später, unter den Besitzern Mittendorfer, wurde eine im 18. Jahrhundert erbaute „Villa“ mit weitläufigem Park dazu gekauft. Anfang 1900 wurde im Anschluss an den Park ein großes „Garagengebäude“ mit Kalkbrennerei erbaut.

Das Hotel Burgau (erbaut 1904-1905, Baumeister: Franz Lösch) und das Förstergütl der Familie Mittendorfer war um 1930 das Hotel am Attersee. Für die Steinbacher Musik war es zum Beispiel eine Ehre, in diesem Hotel konzertieren zu dürfen!

Während des Zweiten Weltkrieges waren viele Kinder aus Deutschland im Rahmen der Kinderlandverschickung[1] darin untergebracht. Das vornehme Hotel brannte am 3. März 1943 ab. Die darin untergebrachten Kinder flüchteten in die daneben liegende Villa und das Garagengebäude. Das Hotel wurde sehr schlicht wieder aufgebaut.

Alois Gruber sen. (ein Wiener Taxiunternehmer) heiratete Anna Mittendorfer sen. und später kam sein - in die Ehe mitgebrachter - Sohn Alois Gruber jun. durch Heirat mit Anna Mittendorfer jun. in den gesamten Besitz von Burgau. Neben dem Hotel Burgau und dem sogenannten „Förstergütl“ gehörten auch die „Villa“, das große „Garagengebäude“ und später eine Tankstelle und ein Campingplatz dazu. Im Saal des Hotels Burgau fanden damals öfter große Veranstaltungen und die traditionellen Heimatabende statt. In den letzten Jahren wurde dieser Saal von einer Tauchschule genutzt.

1966 ging Alois Gruber in Pension und übergab seiner Tochter Walpurga das Hotel mit Restaurant. Da dies sehr idyllisch am Attersee lag, war dieser Platz ein sehr beliebtes Ausflugsziel und gern besuchter Anlegeplatz für Motorbootgäste. Viele berühmte Persönlichkeiten gingen im Hotel Burgau ein und aus. Z.B. die Schauspieler: Johanna Matz, Grete Zimmer, Dietmar Schönherr, Vivi Bach, Heinz Conrads, Siegfried Lowitz („Der Alte"), Pianist Friedrich Gulda (welcher viele Jahre im benachbarten Weißenbach wohnte), Heinz Günther Konsalik und Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl (der viele Jahre Urlaub in St. Gilgen am Wolfgangsee machte), nur um einige zu nennen.

Beim Hotel Burgau wurde dann um ca. 1981 noch ein Bootshafen dazu gebaut und mit dem hoteleigenen Motorboot eine Wasserskischule betrieben.

Nach dem Tod von Anna Gruber, im Jahre 1977, verkaufte ihr Mann Alois Gruber in den darauffolgenden Jahren den gesamten Waldbesitz, die „Villa“ und diverse Seegründe.

Das Hotel Burgau und der Campingplatz wurden 1991 an den kanadischen Immobilien Tycoon Campeau verkauft. Einige Jahre später ging dieser aber in Konkurs und heute gehört ein Großteil der Burgau dem Unternehmer Gerhard Andlinger.

Das Garagengebäude steht noch und wurde nach einem Brand im Jahre 1992 vollständig renoviert.

Neuordnung

Der Gastbetrieb und der Campingplatz wurden 1995 geschlossen, das Hotel und das Förstergütl 2008 abgerissen. Die schmale, gewundene Bundesstraße durch Unterburgau war bis zu dieser Zeit ein großes Verkehrshindernis und es kam oft zu schweren Verkehrsunfällen.

Über Initiative von Gerhard Andlinger und Architekt Hans-Dieter Köck wurde eine großzügige Umfahrungsstraße gebaut.

Anekdote zum Hotel Burgau

Ein bekannter Unteracher fuhr gerne ins Hotel Burgau, um dort den Tag bei angemessenem Alkoholgenuss ausklingen zu lassen. Damit er seinen Wagen nach dem Wirtshausbesuch nicht umdrehen musste, hat er sein Auto gleich in die richtige Richtung (nach Unterach) abgestellt. Einmal haben sich seine Freunde einen Scherz erlaubt, und während der Gast im Hotel war, das Auto in die andere Fahrtrichtung „umgeparkt“. Er hatte dies nicht bemerkt und ist dann über Weyregg rund um den See heimgefahren.

Bildergalerie

Quellen

  • Walpurga Wenger

Fußnote

  1. Kinderlandverschickung in der Wikipedia