Der steinerne Brotlaib

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Der steinere Brotlaib in der Kirche St. Peter in Salzburg

Die bekannte Salzburger Sage „Der steinerne Brotlaib von St. Peter“ hat auch Bezüge nach Loibichl, Seewalchen am Attersee und Nußdorf am Attersee.

Als der Pfarrer von Seewalchen, Wolfgang Burger, am 14. Juni 1603 den Nußdorfer Pfarrherrn Kaspar Bartl besuchte, hat ihm dieser einen steineren Laib gezeigt und erzählt, dass dies einer von zwölfen sei. Dann hatte er ihm die Geschichte dieses Mirakels erzählt:

Eine Bäuerin in Loibichl am Mondsee hat an fast allen Sonn- und Feiertagen statt des Kirchganges lieber ihre Hausarbeit verrichtet.
Schließlich ging sie soweit, am Festtag des hl. Leopold, dem Kirchweihtag, Brot zu backen.
Da wurde sie von ihrer Nachbarbäuerin angeredet und zurechtgewiesen. Wenn sie an einem so heiligen Tag Brot backe und nicht wie die anderen Christen den Gottsdienst besuche, werde sie Gott und der hl. Leopold strafen!
Darauf hat die Bäuerin trutzig geantwortet: „Feiertag hin, Feiertag her, Leupl (Leopold) hin, Leupl her, ich hab's Brot schon im Ofen.“
Als sie später den Ofen öffnete und die Laibe herausnehmen wollte, waren die zwölf Laibe in Sandstein verwandelt worden.
Von weit und breit kamen nun die Menschen, dieses Wunder zu betrachten; die Bäuerin sah dies als Fingerzeig Gottes und hat seither am Sonntag keine Arbeit mehr angerührt.

Die steinernen Laibe kamen im Lauf der Zeit in verschiedene Orte, so auch einer nach Nußdorf. Auf sein „vielfältigs emsigs Bitten und Begehrn“ hat dann der Pfarrer Bartl den Stein an Wolfgang Burger weitergegeben, der diesen dann übern Attersee nach Seewalchen geführt hat. Als er zu Hause war, kam der Seewalchner Schulmeister Johann Egger mit den Zehentleuten Hans und Adam Lüxl aus Heining ins Pfarrhaus.

Er zeigte ihnen den steinernen Laib und Hans Lüxl, ein junger Bauer, meinte, er wisse den Ort, wo dies geschehen war. Er habe auch den Ofen gesehen, wo noch zwei Laibe drinnen gewesen waren. Dies habe ihm der Hans Neuhofer aus Berg gezeigt, als sie nach St. Wolfgang wallfahren gegangen sind.

Wolfgang Burger hat dann dem damaligen Abt Martin von St. Peter den Stein zum Geschenk gemacht und ihm mit einem eigenhändigen Schreiben die Geschichte mitgeteilt.
Das Schreiben Burgers schloss: „So viel, wie gewollt, hab ich von diesem Mirakel in Erfahrung bringen können, und ist wohl glaublich, daß die Lutheraner dies Wunderzeichen gering geacht. Derweg hab ich gleich im Anfang gedacht, solchen Laib entweder zum Kloster Peyrn (Michaelbeuern) oder E. G. zu derselben St. Peters Kloster zu verehren.“
So hängt gleich nach dem eisernen Tor an der Wand der Kirche St. Peter in Salzburg ein an einer Kette befestigter Stein, welcher genau die Form eines großen Brotlaibes hat.

Quellen und Weblinks:

  • Josef Brettenthaler: Das große Salzburger Sagenbuch, Krispl 1994;
  • Mündliche Erzählungen
  • Sagen aus Österreich